Moskaus Einfluss in Belgrad wird immer stärker
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Berichte Serbien
Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Serbien
Insert1: Marko Uljarevic, Meinungsforscher in Belgrad
Aufsager: Christian Wehrschütz aus Belgrad
Gesamtlänge: 1’26
Ende Oktober schickte Serbien vom Flughafen in Nis humanitäre Hilfe nach Syrien. Die Güter transportierte ein Flugzeug der russischen Armee; das sorgte für Verstimmung bei EU und USA, die Russland wegen seiner Syrien-Politik massiv kritisieren. In Nis beheimatet ist auch das russisch-serbische Zentrum für Katastrophenschutz, das als Kern einer möglichen Militärbasis gehandelt wird. Gelagert ist hier Ausrüstung für mittlere Katastrophenfälle. Soforthilfe leistete Russland auch bei den Überschwemmungen vor zwei Jahren. Dieser Einsatz ist ein gutes Beispiel dafür, warum die serbische Bevölkerung Russland als weit größeren Helfer wahrnimmt als die EU, obwohl die Realität eine völlig andere ist:
„Die EU war langsamer und lange wartete man auf Hilfe aus der EU. Als sie kam, war das Thema nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit, und so blieb auch in diesem Fall das Bild bestehen, dass Russland den Serben hilft.“
Hinzu kommt die prorussische Kampagne in vielen serbischen Medien. Alles Gute kommt von Putin, alles Schlechte von USA, EU und NATO. Nicht vergessen ist auch der Krieg um den Kosovo, der die Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Serbien ebenfalls belastet. Noch ist eine Mehrheit für den Beitritt, doch ob diese Stimmung anhält ist fraglich.