20260914 MiJ Ukraine Bauen in Zeiten des Krieges Wehrsch Mod
In Krivi Rih ist es der Zu- und Umbau einer Schule, in Dnipro die Erneuerung eines Krankenhauses und der Neubau eines Trakts – in beiden Fällen gräbt die Baufirma von Dennis Ostrowski zunächst tief unter die Erde. Im Falle der Schule sollen 500 Personen in den unterirdischen Räumen Schutz finden, beim Krankhaus werden unterirdisch schwierige Operation auch unter schwerem Feuer möglich sein. Beim Lokalaugenschein in Dnipro stehen wir über der Baugrube, deren Basis auf 16 Meter tiefe liegt. Dennis Ostrowski deutet hinunter und sagt:
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Hier wird der unterirdische Teil sein, und dann wird hier ein 11-stöckiges Gebäude aus Stahlbeton gebaut. Daher ist der unterirdische Teil maximal geschützt und wird einen unterirdischen Übergang zum Hauptgebäude des Krankenhauses haben.
Bauen in Zeiten des modernen Krieges bedeutet eine enorme Herausforderung, und zwar gleich in doppelter Hinsicht; zum ersten Faktor, den Zulieferern, sagt der 36-jährige Ostrowski:
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Jetzt gibt es große Probleme, vor allem mit der Bewehrung, weil die metallurgischen Kombinate in Saporischschja und Krywyj Rih sehr häufig großen Angriffen ausgesetzt sind und dann stillstehen. Daher gibt es große Wartezeiten, auch, weil derzeit viele Schutzbauten in der Ukraine errichtet werden.“
Die nächste Herausforderung bildet die Unterbrechung von Lieferketten aus der EU durch den Beschuss von Häfen und Eisenbahnen, erläutert der Bauherr, der 500 Mitarbeiter beschäftigt:
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„Wenn wir Arbeiten wie Belüftung betrachten, sind das bereits europäische Lieferanten. Das erschwert den Prozess erheblich, da der Weg viel länger wird, weil man durch das Karpatenvorland und durch die Westukraine fahren muss. Das sind zusätzliche Kilometer, zusätzliche Warteschlangen und Kosten. Das macht die Prozesse sehr kompliziert.“
Ostrowskis Firma betreibt derzeit fünf Baustellen; Projekte gibt es weit mehr, doch es fehlt an Finanzierungen und Arbeitskräften, um mehr bauen zu können. Dieses Problem wird auch nach Kriegsende nicht verschwinden, denn je länger der Krieg dauert, desto weniger Ukrainer werden in ihr Land zurückkehren.