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20260914 ORFIII Auf nach Unten Bauen in der Ukraine im Krieg Wehrsch Mod

Fernsehen
ORFIII
Berichte Ukraine

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Südukraine

Inserts: Dennis Ostrovski, Bauunternehmer aus der Stadt Dnipro

Gesamtlänge: 4’00

In Krivi Rih liegen Zerstörung und Neubau nahe beieinander. Die Industriestadt wird fast täglich beschossen, wobei auch dieses Einkaufszentrum getroffen wurde. Doch es gibt bauliche Lichtblicke. Dazu zählt der Neubau dieser Schule, der sehr gut zeigt, welche Lehren aus dem russischen Bombardement gezogen werden. Dazu zählen diese Schutzräume, die etwa 500 Personen Platz bieten werden. Gegen welche Waffen ist man dann geschützt, frage ich den Bauherrn:

*2. Lyzeum Interview mit Dennis Ostrowski*
0:13
„Die Dichte an Bewehrung ist sehr hoch, weil die Planer mit direkten Treffern von Shahed-Drohnen rechnen. Der Schutz reicht aus, denn hier wird auch ein Erdwall gebaut, der die Druckwelle der Explosion dämpfen wird.“

Und was machen die einhundert Arbeiter im Falle von Luftangriffen?

*4. Lyzeum Interview mit Dennis Ostrowski*
*1:25*
„Es gibt verschiedene Alarmstufen. Bei gelb oder orange gehen wir in den ersten Stock, wo Arbeiten möglich sind. Bei rotem Alarm gehen alle Arbeiter in den Schutzraum.

Doch abgesehen vom direkten Beschuss spürt die Baufirmer die strategischen Luftangriffe Russlands gleich in doppelter Hinsicht. Ein Faktor sind Angriffe auf Zulieferer:

*0:34*
Jetzt gibt es große Probleme, vor allem mit der Bewehrung, weil die metallurgischen Kombinate in Saporischschja und Krywyj Rih sehr häufig großen Angriffen ausgesetzt sind und dann stillstehen. Daher gibt es große Wartezeiten, auch, weil derzeit viele Schutzbauten in der Ukraine errichtet werden. Somit gibt es große Schwierigkeiten:

Die nächste Herausforderung bildet die Unterbrechung von Lieferketten aus der EU durch den Beschuss von Häfen und Eisenbahnen:

*1:20*
„Wenn wir Arbeiten wie Belüftung betrachten, sind das bereits europäische Lieferanten. Das erschwert den Prozess erheblich, da der Weg viel länger wird, weil man durch das Karpatenvorland und durch die Westukraine fahren muss. Das sind zusätzliche Kilometer, zusätzliche Warteschlangen und Kosten. Das macht die Prozesse sehr kompliziert.“

Eine weitere Baustelle ist dieses große, regionale Krankenhaus in der Stadt Dnipro. Auch in diesem Fall geht es tief unter die Erde, ehe es nach oben geht:

*Krankenhaus 2 Interview mit Dennis Ostrowski*
*1:50*
„Hier wird der unterirdische Teil sein, und darauf wird ein 11-stöckiges Gebäude aus Stahlbeton gebaut. Es wird einen unterirdischen Gang zum Hauptgebäude des Krankenhauses geben.“

Ostrowskis Firma betreibt derzeit fünf Baustellen; Projekte gibt es weit mehr, doch es fehlt an Finanzierungen und Arbeitskräften, um mehr bauen zu können.

Dieses Problem wird auch nach Kriegsende nicht verschwinden; daher blickt der 36-jährige Unternehmer nach Asien, dessen Beispiel er folgen will:

*2:41*
Wir versuchen, die Robotisierung in einige Prozesse zu integrieren, vor allem in Aufgaben wie Spachteln, Verputzen, Streichen; es ist sehr schwierig, mit großen Gruppen von Menschen zu arbeiten, da man zum Beispiel 300 Leute braucht, aber nur 200 hat und der Fachkräftemangel schwierig ist. Daher entwickeln wir jetzt den Bereich der Robotisierung. Wir schauen sehr auf China, Japan und Taiwan, wo diese Prozesse bereits stattfinden. Bis zum neuen Jahr sollten wir die ersten bestellten Testmuster haben, um mit ihnen zu arbeiten.“

Diesen Weg werden viele Unternehmen in der Ukraine gehen müssen, denn je länger der Krieg dauert, desto weniger Personen im arbeitsfähigen Alter werden zurückkehren.

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