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2026 0519 ORFIII Lokalaugenschein im Drohnenkrieg Wehrsch Mod

Fernsehen
ORFIII
Berichte Ukraine

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Stadt Kramatorsk

Insert1: Sambist (Kampfname), Soldat und ehemaliger Kampfsportler

Insert2: Sambist (Kampfname), Soldat und ehemaliger Kampfsportler

Insert3: Juri, technischer Spezialist bei der Drohnen Entwicklung

Insert4: Juri, technischer Spezialist bei der Drohnen Entwicklung

Insert5: Mychailo, führender Entwickler von Drohnen in der Ukraine

Gesamtlänge:

Ein Garten irgendwo am Stadtrand von Kramatorsk; die Soldaten bereiten eine Drohne mit einem Sprengkörper vor, der eine russische Stellung vernichten soll. Die Waffe wird in der Ukraine hergestellt und entfaltet eine furchtbare Wirkung:

Zitat 2 Sambist:
„Das ist eine neun Kilogramm schwere Waffe, die thermobarischen Sprengstoff verwendet. Ihre Explosion erzeugt eine Druckwelle und extreme Temperaturen. Ihre Folgen sind auf breiter Fläche verheerend.“

Im Keller lagern verschiedene Waffen. Dazu zählen Minen, die nach dem Abwurf scharf werden. Im Erdgeschoss lässt sich der Flug der Drohnen verfolgen; das Ziel wurde am Vormittag aufgeklärt, bereits am Abend wird es bekämpft und zerstört.

Zum Einsatz kommen in dieser Nacht Drohnen auch zur Versorgung ukrainischer Soldaten an der Front. Eine andere Zustellung ist praktisch nicht mehr möglich, weil Drohnen aller Arten den Luftraum beherrschen und Soldaten auf dem Weg zur Front keine Überlebenschance hätten. Wie oft werden eure Drohnen abgeschossen?

Zitat1 Sambist:
„Vampir ist eine große Drohne und fliegt sehr langsam. Magura ist kleiner, leichter und schneller und fliegt schnell vorbei. Vampir kann die feindliche Infanterie mit Nachtsichtgeräten leichter entdecken und abschießen. Dagegen sind Magura und Ares kleiner und schneller.“

Gesteuert werden die Drohnen von einem Keller aus in einem anderen Gebäude in der Stadt Kramatorsk. Dieser Abstand dient auch dem Schutz des Operators, im konkreten Fall eine Pilotin; ihre Sicherheit ist besonders wichtig

Juri 11'34'7 - Selbstschutz und Gegner - 11'59'6
„Wir wollen durch Entwicklungen von Batterien und Funkverbindungen die Entfernung vom Piloten zur Drohne steigern. Dieser Abstand beträgt derzeit grob gesprochen 15 Kilometer von der offiziellen Frontlinie; Ziel sind 18 Kilometer."

Genutzt wird dieser Keller auch zur Reparatur und Instandsetzung von Drohnen, die Soldaten an der Front auch mit Nachschub und Lebensmittel versorgen. FPV-Drohnen werden hier nicht instandgesetzt, doch werden an die Einheiten auch Sprengkörper geliefert, die insgesamt nur 300 Gramm wiegen und im Kampf gegen Drohnen eingesetzt werden:

JURI 5:37
„Das ist ein Geschoss für eine FPV-Abfangdrohne. Hier sind etwa 150 Gramm reiner Sprengstoff. Das ist eine sehr starke Explosivladung, die Schrapnelle aus diesem Gehäuse bis zu 150 Meter weit streut. Der Schaden ist sehr erheblich. Das reicht mehr als aus, um Shahed-Drohnen und kleinere Fluggeräte wie Arlan, Zala und so weiter zu treffen. Das ist ein super vielseitiges Geschoss.“

Erzeugt werden die Drohnen unter anderem in einem Keller in der Hafenstadt Odessa; Keller haben den Vorteil, recht guten Schutz vor Luftangriffen zu bieten; außerdem fällt die Arbeit an derart sensiblen Geräten von außen nicht auf, acht junge Männer und eine junge Frau sehe ich, wie sie Drohnen montieren. Mychailo führt mich durch die Werkstatt; wie sehr sind diese Drohnen durch elektronische Kriegsführung gefährdet, in der Fachsprache auch EW – Elektronic Warfare genannt:

Sambist Mychailo 1:20
„Die Drohne ist sehr unempfindlich gegenüber elektronischer Kriegsführung. Das heißt, wenn die EW sie stört, gibt es ein geschütztes GPS, das nicht anfällig für EW ist. Wenn die EW sie stört, ändern sich die Frequenzen für die Steuerung und die Videoübertragung. Die Drohne führt weiterhin ihre Aufgaben aus.“

2000 Drohen kann dieser Betrieb pro Monat produzieren; die Massenproduktion und die technische Innovationskraft in der Ukraine sind ein wichtiger Grund, warum das Land dem russischen Angreifer weiterhin standhalten kann. Getestet wird unter anderem auf einem ehemaligen sowjetischen Flughafen. Nicht jeder Versuch ist erfolgreich, doch Ausdauer und Einsatzbereitschaft sind groß, und durch Fehlversuche lassen sich Ukrainer nicht entmutigen.