20260227 MiJ Ukraine Und trotzdem JA zum Leben sagen Wehrsch Mod
Marko Kondratjuk war Kriegsfreiwilliger bereits seit Beginn des russischen Angriffs; der nunmehr 25-jährige verlor im Kampfeinsatz beide Beine bis zu den Oberschenkeln hinauf. Fast zwei Jahre dauerte die Rehabilitation, 48 Operationen hat der junge Mann hinter sich; nun arbeitet Marko in Odessa in einem Ausbildungszentrum der Polizei für junge Rekruten; … ich bin dabei, als die vorwiegend jungen Männer grundlegende Techniken im Einsatz mit der Waffe üben. Marko veranschaulicht den Rekruten die Lage im Einsatz. Wie hat er nach seiner so schweren Verwundung den Lebensmut wiedergefunden:
10:04
„Wenn es nicht meine Frau gegeben hätte, die ich nach meiner Verwundung getroffen habe, die mir geholfen hat, zur Rehabilitation zu kommen, und dann haben sich unsere Beziehungen entwickelt, denke ich, würden wir jetzt nicht sprechen. Denn meine psychische Gesundheit war nach der Verwundung so ruiniert, ich wollte nicht im Krankenhaus liegen, ich wollte zurück in den Krieg, ich wollte zu meinen Jungs zurück. Das hat mich sehr belastet. Aber meine Frau hat so viel in mich investiert, dass ich wieder zu mir selbst kam und ich sage, ziviler wurde. Sozusagen wieder ins zivile Leben zurückgekehrt bin. Und jetzt meine Arbeit, ich liebe sie. Ich arbeite mit wunderbaren Menschen an einem wunderbaren Ort und vermittle, sehr nützliche Dinge.“
Marko vermittelt einen Lebensmut, der ansteckend wirkt und vorbildhaft ist. Hast Du besondere Wünsche oder Ziele für Dein weiteres Leben:
11:29
„Ich habe einen großen Traum, ich möchte Neuschwanstein besuchen. Ich träume sehr, sehr davon. Ein wunderschöner Ort. Als Kind habe ich dieses Schloss einmal auf einem Bild gesehen und mich darin verliebt. Ich möchte unbedingt im Winter hinfahren, um das winterliche Neuschwanstein zu sehen. Und ich möchte zu einem Konzert von Rammstein gehen.“
Mögen beide Wünsche in Erfüllung gehen; mit 25 Jahren hat Marko an sich noch ein langes Leben vor sich; in diesem Sinne zeigt sein Beispiel auch die enormen Folgen des Krieges auf, die die Ukraine vom Veteranen bis zu den Kriegswaisen und traumatisierten Einwohnern prägen werden, und zwar noch viele Jahrzehnte nach dem militärischen und politischen Ende des Krieges.