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20260216 MiJ Save Ukraine Reportage aus Irpin Wehrschütz Mod

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Berichte Ukraine


3’15
Wie die Ukraine zeigt, sind unmittelbare Folgen des Krieges ganz klar sichtbar – vom Soldatenbegräbnis, über invalide Veteranen bis hin zu massiven Zerstörungen durch russische Angriffe. Weit weniger sichtbar aber langfristig möglicherweise sogar schwerwiegender sind die seelischen Kriegsfolgen, die Traumatisierung, von Müttern und Kindern. Ihr entgegenzuwirken ist ein zentrales Anliegen der Hilfsorganisation „Save Ukraine“, die zwei Zentren in der Ukraine betreibt; eines von ihnen hat unser Korrespondent Christian Wehrschütz jüngst besucht – hier sein Bericht.

Irpin ist de facto eine Vorstadt von Kiew. Unmittelbar nach Kriegsbeginn im Februar 2022 fanden hier massive Kämpfe statt. Nach dem Rückzug der Russen begann sofort der Wiederaufbau; darüber hinaus steht hier eines von zwei Zentren von „Save Ukraine“; die Wurzeln der Organisation liegen in der Evakuierung von Frauen und Kindern aus umkämpften Gebieten; in Irpin steht die umfassende Betreuung von Kindern und Müttern Vordergrund. Der Leiter des Zentrums, Jewhen, zeigt mit zunächst die Arbeit mit behinderten Kindern und sagt dann:

1:45 Jewhen (Irpin)
„Im zweiten Stock haben wir ein Zentrum für Familien mit Kindern in schwierigen Lebensumständen. Das sind Familien, bei denen etwa wegen Alkoholismus das Risiko besteht, dass das Kind der Familie entzogen wird. Gründe dafür können auch das Versagen der Eltern in ihren Funktionen sein. Wir arbeiten hier daran, Familien in eine stabile Situation zu überführen, damit die Kinder bei den Eltern bleiben können und nicht in Pflegheime kommen.“

Save Ukraine bietet hier Kurse für Kinder, Unterricht, Nachhilfe, Englisch-Stunden und damit verbunden ein Ambiente an, das den Kriegsalltag in den Hintergrund drängt. Die familiären Belastungen schildert mir eine Mutter, die Maria heißt:

0:07 Maria (Irpin)
„Meine Kinder nehmen an Kursen und psychologischen Sitzungen teil. Sie sind sechs und drei Jahre alt. Mein Jüngster war noch nicht einmal zwei, als wir an frühen Entwicklungsprogrammen teilnahmen. Mein Mann ist Soldat, die Kinder und ich vermissen ihn sehr; deshalb sind die Kurse mit dem Psychologen wichtig für die Entwicklung der Kinder.“

Doch massiv ist auch die Belastung der Mutter wie mir Maria erzählt:

2:40 Maria (Irpin)
„Erstens war die gesamte Schwangerschaft von Angst geprägt. Daher war es sehr schwer, mir ging es sehr schlecht. Mein Mann ging in den Krieg, als der Jüngste einen Monat alt war. Das heißt, ich war praktisch allein mit zwei kleinen Kindern. Ohne Hilfe, die Großmütter waren sehr weit weg, sie konnten nicht kommen. Es war sehr schwer, moralisch und physisch; deshalb sage ich, das Zentrum hat uns psychologisch sehr geholfen.“

Dieses Beispiel zeigt, wie bedeutsam die Schwerpunktsetzung in Irpin ist, die mir Miroslava Chartschenko, die Leiterin der Rechtsabteilung von Save Ukraine, anschaulich beschreibt:

9’34 Miroslava Chartchenko,
„In Irpin liegt der Fokus eindeutig auf den Familien von Soldaten, denn wir verstehen, wie schwierig es ist, dass diese Frauen hier für ihre Kinder und für sich selbst kämpfen müssen, während ihre Männer unser Land verteidigen. Deshalb versuchen wir, für diese Menschen einen offenen Raum zu schaffen. Hierher können sie kommen und für eine Weile ihr Kind unter der Aufsicht unserer Fachleute lassen und sich diese Zeit für sich selbst nehmen. Selbst etwas so Einfaches wie zum Friseur oder zur Kosmetikerin zu gehen – das ist in unseren Zeiten ein Luxus, wenn man 24 Stunden am Tag mit einem kleinen Kind zusammen ist und keinen Ort hat, um es dort zu lassen.

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