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20250908 ORFIII Wasserknappheit im besetzen Donbas Wehrschütz Mod

Fernsehen
ORFIII
Berichte Ukraine

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine

Insert1: Ludmilla Grigorewna, Bewohnerin von Donezk

Insert2: Wjatscheslaw, ehemaliger Bauarbeiter in Donezk

Insert3: Olga Grigorewna, Bewohnerin von Donezk

Insert4: Sergej Alexandrowitsch Mokrji, Generaldirektor von „Wasser-Donbas“ in Donezk

Gesamtlänge:

Wegen der Krise der Wasserversorgung bieten Wohnungen in Donezk dieser Tage vielfach einen bizarren Anblick; überall stehen Plastikflaschen herum, zumeist diese mehr als vier Liter fassenden viereckigen Behälter, die für ältere Menschen schwer zu tragen sind. Aus dem Wasserhahn kommt durchschnittlich in Donezk nur alle drei Tage Wasser – und das auch nur für vier Stunden. Kochen und Waschen sind somit sehr mühsam. Tankwägen sind im Großeinsatz, um eine Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
Jung und Alt stellen sich geduldig um Wasser an, der Andrang ist groß, weil eine Besserung der Lage nicht in Sicht ist:

3’39 Ludmilla Grigorewna
„Wir kaufen Wasser zum Trinken und zum Kochen; aber zum Baden, für die Toilette ist das zu teuer.“

Zurückgeführt wird die Krise von der Bevölkerung nicht nur auf den Krieg:

0’30 Wjatscheslaw
„Ich war einmal Bauarbeiter; jetzt fangen sie an die Kanäle zu reinigen und zu räumen. Das hätte man alles früher machen müssen.“

Noch stärker von der Krise betroffen als der Durchschnitt ist diese Frau; denn nicht überall in Donezk und schon gar nicht in allen Gebieten des Donbas ist die Lage gleich:

2’37 Olga Grigorewna
„Im Haus gibt es seit 10 Tagen kein Wasser; es tropft nicht einmal, gar nichts.“

Das Donezbecken litt bereits historisch unter Wasserknappheit; daher wurde in sowjetischer Zeit ein Kanal gebaut, der immer mehr zuwächst; sein Ausfall spielt nun eine entscheidende Rolle:

11:37 (Mokrji)

„Der Hauptgrund für den Wassermangel im Donbas ist die vollständige Einstellung des Betriebs des Kanals Sewerski Donezk-Donbas. Das heißt, die Einstellung der Wasserversorgung von der Ukraine, die mit den Kämpfen und dem Beschuss verbunden sind; sie haben die Infrastruktur praktisch zerstört, die unsere Region vollständig mit Wasser versorgen könnte. Auch die Wetterbedingungen des Vorjahres haben zur Dürre geführt, sodass heute alle unsere alternativen Quellen vollständig erschöpft sind. Die einzige Arterie, die uns bleibt, ist die Wasserleitung, die aus dem Fluss Don gebaut wurde, und die maximale Nutzung unserer unterirdischen Quellen, die im Prinzip in unserem Gebiet unzureichend sind, da das Gebiet große Absenkungen aufweist, weshalb das Bohren von artesischen Brunnen hier sehr schwierig ist.“

Die Reservoire sind weitgehend leer; zu einem Becken schaufelt dieser Baggerfahrer einen Kanal aus, um das Auffüllen zu beschleunigen. Nicht nur wegen des Alters des Baggers wirkt das wie eine Sisyphos-Arbeit. Erneuert werden auch die Wasserleitungen in Donezk; doch bisher haben alle Maßnahmen keine spürbare Besserung gebracht, sodass der tägliche Bedarf nur zu etwa einem Drittel gedeckt werden kann.

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