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20240814 oder 15 ORFIII Reportage Kramatorsk in der Ostukraine Wehrsch Mod

Fernsehen
ORFIII
Berichte Ukraine

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ostukraine

Inser1: Olha, Vertreterin der ukrainischen Caritas im Oblast Donezk

Insert2: Lisa und Ihor, Bewohner von Kramatorsk

Insert3: Ira, ausgebombte Bewohnerin von Kramatorsk

Insert4: Valentina, arbeitslose Bewohnerin von Kramatorsk

Insert5: Jewgeni, Pastor einer protestantischen Kirche

Insert6: Jewgeni, Pastor einer protestantischen Kirche

Gesamtlänge: 4’17
Trinkwasser-Ausgabe bei der Zweigstelle der ukrainischen Caritas im Zentrum von Kramatorsk; vor allem ältere Mitbürger kommen mit Plastikflaschen, um den Bedarf für ein, zwei Tage zu decken, ehe sie wiederkommen.1000 Begünstigte hat die Caritas in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung registriert; von 30 auf 90 Tage wurde die Ausgabe von Trinkwasser bereits verlängert; der Bedarf ist aus verschiedenen Gründen gegeben:

Olha: (Caritas) Kramatorsk
„Warum gibt es Probleme? In Kramatorsk gibt es ständig Beschuss, das heißt, die Wasserleitungen werden zerstört, und die Menschen haben nicht einmal Zugang zu Nutzwasser. Was das Trinkwasser angeht, kann man es kaufen. Aber in den Geschäften ist teuer.“

Behinderten und sehr alten Personen wird das Wasser auch zugestellt; mit mehreren Flaschen gekommen ist auch das Ehepaar Lisa und Ihor; sechs Liter hat die Frau gefüllt; das Ehepaar kommt täglich, weil es gerne Tee trinkt. Auch am Vormittag ist wiederholt Artilleriefeuer der ukrainischen Verteidiger zu hören.
Warum bleiben das Ehepaar trotzdem in der Stadt:

1:21

„Wohin sollten wir, wer braucht uns? Wir sind zu Hause. Besser zu Hause.“

Vom Krieg gezeichnet ist mittlerweile bereits das Zentrum der Stadt. Diese Gebäude hat russischer Beschuss vor etwas mehr als einer Woche zerstört.
Vor den Ruinen ihres Wohnhauses treffe ich die Pensionistin Ira; eine ganze Häuserzeile wurde schwer getroffen, Strom gibt es nun wieder aber noch kein Gas zum Kochen. Iras Wunsch drückt die Sehnsucht vieler Ukrainer aus:

Ira:
0:54

„Ich möchte, dass jemand hilft, den Krieg zu stoppen. Bitte helfen Sie uns, die Situation zu klären. Das ist das Einzige, wofür ich niederknien würde, um zu hören, was zu tun ist.“
Der Hauptplatz der Stadt mit dem kleinen Park zwischen den zwei Zufahrtsstraßen ist weiterhin sauber, gepflegt, aber fast menschenleer. Unübersehbar sind die Spuren des Krieges. Viele Häuser sind schwer beschädigt oder gar nur mehr Ruinen, die Fenster der heilgebliebenen Gebäude sind verbarrikadiert. Fassungslos schaut Valentina auf die Ruinen; ihre Kinder und Enkel sind bereits als Flüchtlinge in England, Valentina arbeitete früher in einer großen Fabrik, die nun aber zugesperrt ist. Sie eine Einladung nach Finnland, doch:

Valentina:
0:53 / 1:03

„Nun, Ich brauche 400 Euro. Ich und die Katze.

Warum 400 Euro?

1‘03
„Die Busse nehmen für die Person 150 und für die Katze 200. Impfungen, Chips, Pässe. Deshalb reise ich momentan nicht. Ich werde Geld sammeln.“

Beim Verlassen von Kramatorsk hilft unter anderem diese protestantische Kirche – und zwar mit Kleidung aber auch mit Rat und Tat und mit einer Unterkunft. Seit dem Beginn des großen Krieges vor mehr als drei Jahren haben hier mehr als 6000 Personen Hilfe gefunden:

0:56

„Vor allem sind das Menschen, die sich auf die Evakuierung vorbereiten. Sie kommen abends an, und morgens holt sie ein Bus ab. Und auch die Leute, die den Zug hier am Bahnhof verpasst haben. Oft sind das Soldaten für eine Nacht oder Menschen, die aus weit entfernten Dörfern gekommen sind, um den Zug zu nehmen.“

Die Front rückt immer näher; wirkt sich das aus?

4:24

„Die Evakuierung hat ein bisschen zugenommen, und sie ist schwieriger geworden. Altenheime sind bereits belegt, Psychiatrien sind belegt; es gibt keinen Platz mehr für die Menschen. Das ist ein großes Problem. Wir haben ein großes Problem mit psychisch kranken Menschen, insbesondere mit denen, die keine Dokumente haben. Sie sind einfach niemandem wichtig, so würde ich sagen.“

Der weitere Verlauf des Krieges und auch die Verhandlungen zwischen Donald Trump und Vladimir Putin in Alaska werden darüber entscheiden, welches Schicksal auch diese ostukrainische Stadt erwartet.

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