× Logo Mobil

20241007 MiJ Der Rüstungswettlauf im Krieg in der Ukraine Wehrschütz Mod

Radio
MiJ
Berichte Ukraine

Wie sehr der Krieg bei allem Leid auch einen enormen Technologieschub mit sich bringt, zeigte jüngst in Kiew eine Konferenz, die ukrainische Firmen mit westlichen Investoren zusammenbringen sollte. Denn so kreativ diese Hersteller von Waffensystemen auch sind, die Bedarf an westlichem Kapital und Partnern ist groß. Enorm ist die Vielfalt an Drohnen, an elektronischer Kampfführung aber auch an Simulatoren aller Art, die die Ausbildung effizienter machen soll. Ausgestellt sind Drohnen für den Kampf zu Luft und zu Wasser, aber auch Simulatoren, mit denen die Ausbildung an der Kalaschnikow und an Waffen zur Panzerbekämpfung erfolgen kann. Politisch treibende Kraft hinter diesen Projekten in der Ukraine ist der 33-jährige Michajlo Fedorow; er war der Manager des Wahlkampfes von Präsident Volodimir Selenskij und ist nun Minister für Technologie und Digitalisierung. Seine Vorstellungen einer modernen ukrainischen Rüstungsindustrie beschreibt Michajlo Fedorov bei der Konferenz in Kiew so:

Fedorow 1'50'4 - Investorenfreundlich - 3'28'4
"Die beste Möglichkeit zur technologischen Entwicklung sind ein offener Markt, Konkurrenz und die Möglichkeit für Firmen, Forschung und Entwicklung besser nutzen zu können, und zwar durch mehr Investitionen. Die Technologie für unseren Sieg wird von unseren Betrieben kommen, daher müssen wir den Markt so weit wie möglich öffnen. Wir haben analysiert, dass Technologie-Firmen in den NATO-Staaten etwa 17 Prozent ihrer Einnahmen investieren können, in der EU sind es 15, in der Ukraine aber sind es 25 Prozent. Wir arbeiten ständig an der Optimierung der Bedingungen, und so haben wir bereits Drohnen, die zu 70 Prozent aus Komponenten bestehen, die diese Firmen selbst herstellen!"

Wirtschaft und Militär arbeiten in der Ukraine eng zusammen, doch auch die Bevölkerung wird - jenseits der Front – in die Verteidigung eingebunden. Eine Ausbildung zum Drohnen-Piloten kann jeder Bürger machen. Kostenlos ist sie für künftige Soldaten; durchgeführt wird der Grundkurs von der III Sturmbrigade auch in Kiew in einer großen Halle. Von der Decke herab hängen Autoreifer, am Boden stehen Hindernisse, die es zu durchfliegen gilt. Die Ausbildner sind meistens ebenfalls junge Ukrainer; zu ihnen zählt der 23-jährige Velo; zur Zukunft der Drohnen sagt er:

5:00 Jewgenij
"Ich sehe die Zukunft für Drohnen in der künstlichen Intelligenz, im sogenannten maschinellen Sehen, und in Drohnen, die auf Glasfaserkabeln basieren. Diese beiden Technologien werden uns helfen, elektronische Kampfführungssysteme zu umgehen, da die feindliche elektronische Kriegsführung leider sehr fortschrittlich ist und über viele Mittel verfügt.“

Denn standhalten kann die Ukraine langfristig nur, wenn sie Russland auf dem Gefechtsfeld auch die bessere Technologie entgegensetzen kann.

Facebook Facebook