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Kampf der Ukraine ums Überleben der Wirtschaft

Fernsehen
ORF III
Berichte Ukraine
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat auch dramatische Folgen für die Wirtschaft und soziale Lage der Bevölkerung. So rechnet Kiew für heuer mit einer Arbeitslosigkeit von etwa 30 Prozent, einem Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung um ebenfalls 30 Prozent und einem Rückgang der Eisen- und Stahlproduktion um Zwei-Drittel des Vorjahresniveaus; den Finanzbedarf nur für das Budget schätzt Kiew auf 38 Milliarden Euro; trotz aller Horror-Zahlen haben politische Führung, Betriebe und Bevölkerung aber enorme Leistungen erbracht, um das wirtschaftliche Leben über Wasser zu halten Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine Inserts: Julia Sviridenko, Wirtschaftsministerin der Ukraine Gesamtlänge: 3‘31 Die Zerstörungen durch den russischen Angriffskrieg haben auch die Wirtschaft der Ukraine ins Mark getroffen. Wichtige Sektoren wie die Eisen- und Stahlindustrie büßte große Teile ihrer Produktionskapazitäten ein. Die bisherige Bilanz klingt wie ein Horror-Szenario: 12'39'6 - Kriegsfolgen für die Wirtschaft - 13'32'7 “Infolge der Feindseligkeiten haben wir etwa ein Drittel des Potenzials unserer ukrainischen Metallurgie verloren, und wenn wir uns den Rückgang der Exporte ansehen, ist die Eisenproduktion natürlich um 66 Prozent zurückgegangen, unsere Stahlproduktion um 60 %, Walzstahlproduktion um 67%, ” Daher versuchte Kiew buchstäblich zu retten, was zu retten war und ist: 5'36'8 - Kriegswirtschaft und Herausforderung - 6'53'3 „Zu den ersten Schritten, die unternommen wurden, um die Folgen des Krieges auf die Wirtschaft zu verringern, zählt, dass wir sofort begannen, Unternehmen aus der Frontnähe und aus Kriegsgebieten in die Zentral- und Westukraine zu verlagern; mehr als 800.000 Unternehmen wurden so in die Regionen Lemberg und Iwano-Frankiwsk verlegt. Denn verlegt werden nicht nur Betriebe, es sind alle Mitarbeiter und ihre Familien, um das Unternehmen zu erhalten.“ Lange Schlangen sieht man nach wie vor an vielen Grenzübergängen; doch die Abfertigung verläuft nun deutlich zügiger, wobei Treibstofftransporte eine Sonderstellung genießen: 19'30'7 - Transportströme und Treibstoff - 21'07'9 „Vor dem Krieg kamen 95% des Diesels und des Benzins aus Russland und Weißrussland, und zwar über Schiene- und Straße. Zu Beginn der russischen Aggression hatten wir daher einen akuten Mangel an Treibstoffen; doch es ist uns gelungen, mehr als 95 % der Transportwege vollständig auf den europäischen Markt umzustellen. Im März bekamen wir 500.000 Tonnen Kraftstoff, im August 700.000 Tonnen aber auf völlig neuen Logistikwegen und von anderen Anbietern, und das in so kurzer Zeit.“ Das Getreideabkommen, das jüngst wieder verlängert wurde, zählt für die Ministerin zu den wirtschaftlichen Überlebenslinien; doch auch die Landwirtschaft braucht Strom, daher sind die russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur so gefährlich für die Ukraine. Doch mittelfristig sieht die Ministerin in der Migration und den Flüchtlingen im Ausland die größte Herausforderung: 29'03'5 - Migration und wirtschaftliche Folgen und Rückkehr - 32'07'5 „Die Superaufgabe, vor der wir stehen, ist die Rückführung der Menschen in unser Land, denn die finanziellen Mittel, um die wir ersuchen, reichen nicht aus, um die Wirtschaft wiederherzustellen; was wir brauchen, sind die Menschen, die derzeit im Ausland leben und arbeiten. Es ist schwierig, sich die Erholung der Wirtschaft, ohne die Arbeitskräfte vorzustellen.“ 14 Milliarden US-Dollar haben Flüchtlinge bisher im Westen nach Angaben ukrainischer Banken ausgegeben. Im Vorjahr waren es vier Milliarden, ein Devisenabfluss, der zeigt, dass diese Flüchtlinge auch ein Wirtschaftsfaktor sind.
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