× Logo Mobil

Bankenkrise kann ohne Rettungsschirm der EU gelöst werden

Zeitung
Kleine Zeitung
Berichte Slowenien
Slowenien kann seine Bankenkrise ohne Hilfe des europäischen Rettungsschirms lösen. Das ergab der sogenannte Stresstest der Banken, dessen Ergebnisse gestern in Laibach veröffentlicht wurden. Für ihre Sanierung werden 4,8 Milliarden Euro benötigt. Am Stresstest nahmen acht Banken teil; die drei größten von ihnen sind mehrheitlich im Staatsbesitz; auf sie entfällt mit drei Milliarden Euro auch der Löwenanteil des Geldes, das zur Kapitalerhöhung zugeschossen werden muss. Fast ein Drittel der gesamten Summe von 4,8 Milliarden Euro entfällt auf die Nova Ljubljanska Banka, die die größte Bank Sloweniens aber auch das größte Sorgenkind des Bankensektors ist. Auf fünf Privatbanken entfallen 1,7 Milliarden Euro, wobei auch die österreichischen Töchter der Raiffeisen Bank und der Hypo-Alpe Adria-Bank frisches Kapital bekommen müssen, wie viel wurde nicht bekanntgegeben; diese Kapitalerhöhung muss bis Juni 2014 erfolgen. Die faulen Kredite der Banken sollen in eine sogenannte Bad-Bank übertragen werden; das ist ein wichtiger Schritt zur dauerhaften Sanierung der Banken. Aus slowenischer Sicht fiel der Stresstest positiv aus, weil das Land die Kapitalzuschüsse bei den drei staatlichen Banken ohne Hilfe des EU-Rettungsschirms durchführen kann. Die Regierung in Laibach hat dafür bereits vor der Bekanntgabe des Bankenstresstests 4,7 Milliarden Euro für die Banken bereitgestellt. Im Vorfeld des Stresstest kritisierte slowenische Wirtschaftsexperten jedoch, dass die Methode, die dem Test zugrunde lag, nicht veröffentlich wurde. So setzten die Consultingfirmen etwa Studenten ein (Wirtschaft und Jus), um die Immobilien zu schätzen. Nunmehr sind slowenische Experten aber der Ansicht, dass die Ergebnisse des Tests auf konservativen Bewertungen beruhen. In Brüssel wertete EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn den Stresstest positiv, weil das Land keine Hilfe anderer EU-Mitglieder brauche; gleichzeitig mahnte Rehn weitere Reformen ein. Dazu zählen ein investitionsfreundlicheres Klima sowie Privatisierungen. Denn in Slowenien ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch, die Wirtschaft in der Krise und die Staatsverschuldung wird bis Jahresende auf fast 70 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. In Slowenien ist die Krise somit noch lange nicht überwunden
Facebook Facebook