20251005 SoJ Sturz von Milosevic heute vor 25 Jahren Wehrschütz
Das Ende der Ära Milosevic läuteten die Wahlen zum Präsidenten von Rest-Jugoslawien am 24. September ein; sie gewann der Oppositionspolitiker Vojislav Kostunica hauchdünn mit absoluter Mehrheit. Milosevic wollte seine Niederlage nicht eingestehen, und erst die Massendemonstration am 5. Oktober 2000 führte zu seinem Umdenken. Am 7. Oktober wurde Kostunica als Präsident angelobt. Sozial und wirtschaftlich lag Serbien am Boden, hinzu kamen das bis heute ungelöste Kosovo-Problem und der massive westliche Druck, Milosevic und Co. an das Haager Tribunal auszuliefern. Zoran Djindjic, der Architekt des fünften Oktober, wurde im März 2003 in Belgrad ermordet; er war nicht zu ersetzen; seit mehr als zehn Jahren regieren ehemalige Parteigänger von Milosevic. Dazu zählt Präsident Alexander Vucic; die Infrastruktur wurde modernisiert, viele Investoren kamen ins Land. Gegen seine autokratische Herrschaft und die beträchtliche Korruption demonstrieren seit 11 Monaten die Studenten. Die Unzufriedenheit beträchtlich, die Opposition schwach. Der Glaube an einen EU-Beitritt schwindet in Serbien immer mehr, während der Einfluss Russlands und Chinas zunimmt.