Milosevic: Serbien fordert rasche Aufklärung
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Berichte Serbien
Serbien drängt deshalb auf umfassende Aufklärung des Todes von Slobodan Milosevic, um Spekulationen und Manipulationen durch Politiker und Medien in Grenzen halten zu können. Daher nehmen an der Autopsie der Leiche auch zwei Pathologen aus Belgrad teil. Ein Ergebnis könnte noch heute Abend vorliegen. Trotzdem wird es nur schwer möglich sein, Verschwörungstheorien einzudämmen. So veröffentlichte heute Milosevics Anwalt Zdenko Tomanovic einen Brief, den sein Mandant nur einen Tag vor seinem Tod an den russischen Außenminister geschrieben hat. Darin beklagt sich Milosevic, es werde im Gefängnis versucht, ihn mit einem Medikament gegen Lepra zu vergiften. Milosevic litt an hohem Blutdruck und Herzbeschwerden. Seinen Antrag, in Moskau behandelt zu werden, lehnte das Haager Tribunal Ende Februar ab. Chefanklägerin Karla Del Ponte verteidigte in Den Haag heute diesen Beschluss. Del Ponte sagte, das Verfahren gegen Milosevic werde eingestellt. Die Auslieferung von Ratko Mladic und Radovan Karadjic sei daher nun wichtiger als je zuvor.