Um etwa halb fünf Uhr früh war das 26-stunden dauernde Tau-ziehen um die Verhaftung des früheren jugoslawischen Präsi-denten Slobodan Milosevic zu ende. Eine Wagenkolonne mit Milosevic verließ die Villa im Belgrader Nobelviertel Dedinje und brachte den 59-jährigen in das Belgrader Zentralgefängnis, wo die Wagenkolonne mit Milosevic knapp nach der Abfahrt aus der Villa eintraf. Von dort soll Milosevic später zum Unter-suchungsrichter ins Kreisgericht gebracht werden. Ob diese erste Einvernahme bereits erfolgte, ist noch unklar. Ein führender Funktionär von Milosevics eigenen Sozialistischer Partei gab an, Milosevic habe sich freiwillig ergeben und wolle sich nun dem Verfahren stellen. Kurz darauf bestätigte auch das serbische Innenministerium, daß Milosevic aufgegeben habe. Dem früheren jugoslawischen Präsidenten werden Amtsmißbrauch und Korruption vorgeworfen, die Serbien um etwa 1,5 Milliarden Schilling geschädigt haben sollen. Noch nicht völlig klar ist, ob auch alle bewaffneten Anhänger von Milosevic die Villa bereits verlassen haben, oder ob sich einige dieser Personen noch immer in dem Gebäude aufhalten.