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Milosevic Lage

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Berichte Serbien
Nach der Verhaftung von Slobodan Milosevic erhöht das Kriegs-verbrechertribunal in Den Haag den Druck auf Jugoslawien, um eine Auslieferung Milosevics zu erreichen. Die Chefanklägern des Tribunals, Karla Del Ponte teilte mit, gegen Milosevic werde ein zweiter Haftbefehl vorbereitet. Der ehemalige jugo-slawische Präsident steht in Den Haag bereits wegen mutmaß-licher Verbrechen im Kosovo-Krieg unter Anklage. Auch in Belgrad hat sich Milosevics Lage weiter verschlechtert. Denn die Polizei hat bei einer Hausdurchsuchung in seiner Villa ein umfangreiches Waffenarsenal entdeckt. Aus Belgrad Christian Wehrschütz:

Geschossen wurde in der Villa von Slobodan Milosevic nur zwei Mal. Samstag Nacht beim ersten Versuch der Verhaftung und Sonntag früh als Tochter Marija die Nerven verlor, weil ihr Vater aufgab. Im serbischen Innenministerium in Belgrad zeig-ten Polizisten heute drastisch, welches Blutbad Milosevics Anhänger hätten anrichten können, wäre die Villa gestürmt worden. Denn Milosevics 30 Personen zählende Garde hatte ein ganzes Waffenarsenal in dessen Villa gelagert. Mehr als 30 Sturmgewehre, 40 Handgranaten, Schock- und Tränengasbomben, Pistolen, eine Panzerfaust und mehr als 1000 Schuß Munition sollten zur Verteidigung Milosevics dienen. Wie dessen Anhänger zu diesen Waffen kamen, wird noch untersucht. Sicher ist nur, daß sie aus Polizei- oder Armeebeständen stammen müssen. Der Sprecher des Innenministeriums teilte mit, daß nun gegen Milosevic auch wegen bewaffneten Widerstandes ermittelt werden. Gegen seine Tochter wurde ebenfalls Anzeige erstattet. Milosevics Anhänger werden sich wegen bewaffnetem Aufstand und Bandenbildung zur Verübung einer Straftat verantworten müssen.

Milosevic war ebenfalls bewaffnet. Er trug eine Pistole, doch zum angedrohten Selbstmord kam es nicht; aus seiner Residenz übersiedelte er statt dessen ins Zentralgefängnis von Belgrad.