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Der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, ist am Mittwoch in Wien mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle zusammengetroffen. Das Treffen fand auf Einladung von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Patriarch Pavle wurde von zwei Mitgliedern des Heiligen Synods begleitet, in Begleitung von Prodi war auch der EU-Kommissär für Außenbeziehungen, Chris Patten, nach Wien gekommen. Welche Rolle hat nun die serbische Orthodoxie im Wahlkampf und während des Volksaufstandes gespielt und welche Rolle kann sie nun übernehmen ?

„Nun danket alle Gott“ – am Tag nach der weitgehend unblutigen Revolution kamen 150.000 Serben zur größten Kirche Belgrads, der Heiligen Sava-Kirche; sie feierten gemeinsam mit dem Patriarchen der serbischen Orhtodoxie, Pavle, eine Messe zur Versöhnung des serbischen Volkes. Pavle sprach zweifellos im Namen aller Serben, als er Polizei und Armee aufrief, den Volkswillen zu akteptieren und den neuen Präsidenten Vojislav Kostnica anzuerkennen. Dies sei eine Vorbedingung für die Wiedergeburt des serbischen Volkes, sagte Pavle. Slobodan Milosevic, hier bei einem Treffen mit dem Patriarchen im Vorjahr, wußte bereits im Wahlkampf um die legalistische Haltung der Kirche. Hinzu kam, daß auch Kostuniva selbst über gute Beziehungen zur Orthodxie verfügt. Über diesen Umstand konnte die Wahlkampfunerstützung von Bischof Filaret für Slobodan Milosevic nicht hinweg täuschen. Wenige Tage vor der Wahl, sagte Filart in einem Interview mit dem damaligen sozialistischen Paerteiorgan „Politika“, er könne sich keinen anderen Präsidenten als Milosevic vorstellen. Filaret, hatte bereits vor einigen Jahren für Aufregung gesorgt, als er sich mit einer Kalaschnikow in der Hand neben einem Panzer foto-graphieren ließ. Doch Filarets Pro-Milosevic-Haltung wurde von der überwiegenden Mehrheit der serbisch-orthodoxen Kirche ab-gelehnt, wie Vater Steva betont:

„Ich glaube nicht, daß es viele Bischöfe gibt, die wie Filaret denken. Es gab viele Klagen über seine Haltung. Was die Priester betrifft, waren in der serbischen Orhtodoxie 95 Prozent gegen diese Aussagen.“

Positiv bewertet die Rolle der Orthodoxie auch der General-sekretär des Außenministeriums Albert Rohan, der jüngst mit Patriarch Pavle in Belgrad zusammentraf. Die Forderung Palves nach Anerkennung des Wahlsieges von Kostunica habe eine große Bedeutung gehabt, glaubt Rohan.

Auch die katholische Kirche in Jugoslawien würdigt die Rolle, die die Orhtodoxie während der Revolution gespielt hat. In Belgrad sagt Erzbischof-Koadjutor Stanislav Hocevar, die Orthodoxie habe verantwortlich gehandelt und:

„Ich glaube, daß der Heilige Synod seine Stellungnahmen nach der Wahl zur richtigen Zeit abgab. Ich danke Gott für diesen großen Wandel und rufe jeden auf, mit diesen Veränderungen verantwortungsvoll umzugehen. Insgesamt denke ich, daß die Rolle der Orthodoxie in dieser Zeit sehr gut war.“

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