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Montenegro Malta Mord und Windpark

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Windenergie hat das Image eine saubere Energieform zu sein. Im Falle des Windparks Mozura in Montenegro sollen aber Geldwäsche, Korruption und überhöhte Stromtarife eine Rolle spielen – jedenfalls nach Ansicht der Opposition, die diese Vorwürfe gegen Staatspräsident Milo Djukanovic und seine Partei DPS erhebt, die das Land seit fast 30 Jahren regiert. Djukanovic weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einer Schmutzkampagne im Wahlkampf, denn für die Parlamentswahl am Sonntag wird ein sehr knappes Ergebnis erwartet. Der im Herbst 2019 eröffnete Windpark in Montenegro hat auch eine EU-Dimension. Gebaut hat die Anlage eine Firma aus Malta; die maltesische Journalistin Daphne Galicia recherchierte in Malta wegen des Verdachts der Korruption; im Oktober 2017 wurde sie in Malta ermordet; auch fast drei Jahre später ist der Fall juristisch noch immer nicht aufgearbeitet.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Montenegro

Insert1: Dritan Abasovic, Vorsitzender der Oppositionspartei URA

Insert2: Corina Vella, Galicia-Stiftung in Malta

Gesamtlänge: 2’08

Mit dem Projekt des Windparks Mozura im Süden Montenegros begann zunächst eine spanische Firma; sie verkaufte ihre Anteile vor fünf Jahren an eine mutmaßliche Briefkastenfirma auf den Seychellen um drei Millionen Euro; kurz darauf verkaufte diese Firma die Anteile um 10 Millionen Euro an eine teilstaatliche Energiefirma in Malta weiter. In Podgorica präsentierte die Oppositionspartei URA heute Dokumente, die auch einen Konsulenten-Vertrag mit einer montenegrinischen Firma umfassen. 40.000 Euro wurden pro Monat für unklare Beratungsleistungen bezahlt. Doch das ist noch nicht alles:

Abasovic: 15'55 - Höhere Baukosten - 16'13'5

"Um 26 Millionen Euro wurden die Kosten aufgeblasen. Zunächst hieß es, dass der Bau 65 Millionen kosten werde, dann bezifferte man die Kosten auf bis zu 90 Millionen Euro."

Das Geschäft begann vor Jahren in Malta die Journalistin Daphne Galicia aufzudecken. Darin verwickelt sollen der damalige Wirtschaftsminister Konrad Mizzi und der damalige Ministerpräsident Joseph Muscat gewesen sein. Im Oktober 2017 fiel Daphne Galicia einem Bombenanschlag zum Opfer; die Empörung war nicht nur in Malta groß, doch der Kampf der Hinterbliebenen dauert bis heute an:

21'44 - Folgen in Malta - 22'36

„Vergangenen November begannen sie nacheinander zu fallen. Konrad Mizzi trat zurück, Joseph Muscat trat im Jänner zurück. Der Polizeikommissar musste zurücktreten. Nach fast zweijährigem Kampf um Gerechtigkeit sahen wir schließlich eine gewisse politische Verantwortung in Form von Rücktritten. Doch Muscat und Mizzi sind immer noch Abgeordnete.“

Wegen des Attentats müssen sich in Malta nun der Geschäftsmann Yorgen Fenech und weitere drei Männer vor Gericht verantworten. Der Fall zeigt, dass der Kampf gegen die Korruption nicht nur am Balkan, sondern auch in der EU entschlossen geführt werden muss.

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