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Doppelte Preisauszeichnung Kuna und Euro

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Kleine Zeitung
Berichte Kroatien
In Kroatien läuft der Countdown zur Umstellung auf den Euro; die Einführung dieser Währung wird am 1. Jänner 2023, also in weniger als vier Monaten erfolgen. Umgetauscht wird zu einem Kurs von einem Euro zu etwas mehr als sieben Kuna. Seit heute gilt in Kroatien die doppelte Preisauszeichnung; alle waren müssen somit in der Landeswährung Kuna und in Euro angeschrieben sein. Die doppelte Preisauszeichnung ist ein deutlich sichtbarer Schritt auf dem Weg zur Euroeinführung in Kroatien. Kleinere Betriebe habe ihre Preiszettel selbst angepasst; das zeigen etwa Schuh- und Blumengeschäfte in der Hauptstadt Agram. Die Preisschilder an den Schuhen hat die Verkäuferin ebenso selbst geschrieben wie auch die Besitzerin eines Blumengeschäfts bei ihren Gebinden. 28 Jahre lang zahlte die kroatische Bevölkerung mit der Landeswährung Kuna. Trotzdem war die Euroisierung nicht nur der Wirtschaft, sondern auch des Bewusstseins der Bevölkerung sehr stark, erläutert Sandra Svalek, die stellvertretende Präsidentin der kroatischen Nationalbank: "Wir in Kroatien waren früher sehr stark mit der DM verbunden: Nach der Einführung des Euro haben wir uns in einem guten Maße am Euro orientiert. Langfristige Sparformen haben wir vor allem in Euro gehalten. Die Struktur der Einlagen und Kredite zeigt, dass etwa 50 Prozent in Euro gehalten werden. Doch es gibt noch andere Indikatoren für die Euroisierung. Wenn wir Grundstücke, Wohnungen oder Autos kaufen oder verkaufen, dann drücken wir diesen Wert immer in Euro aus. Das gilt nicht für die Transaktion selbst, die in Kuna erfolgen muss, doch in Euro ist das für uns der Indikator, wie viel etwas kostet oder etwas wert ist." Unter der Federführung der Nationalbank laufen die Vorbereitungen auf die Währungsumstellung seit Monaten auf Hochtouren. Die Münzen werden zum überwiegenden Teil in Kroatien geprägt, und weisen auf einer Seite Symbole des Landes auf. Das Gesamtgewicht der geprägten Euro-Münzen liegt bei 3700 Tonnen, das soll 88 Straßenbahnen entsprechen. Geprägt wird im Dreischichtbetrieb. Einen Monat vor dem Währungstausch beginnt die Ausgabe des Anfang-Paketes von etwas mehr als 13 Euro, das entspricht etwa 100 Kuna. Die Euro-Banknoten druckt eine Münze im Ausland. Vor allem für kleinere Länder wie Kroatien zahlt sich der enorme Aufwand nicht aus, der beim Drucken der Banknoten betrieben wird, um den Euro so fälschungssicher wie möglich zu machen. Den zeitlichen Fahrplan zur Währungsumstellung erläutert Sandra Svalek so: "Seit dem 1. September werden die Banken mit Euro ausgestattet. Drei Monate vor dem 1. Jänner erfolgt die Versorgung mit Münzen. Die Geldinstitute versorgen dann die Händler, wobei die Bürger ihr Geld ebenfalls umwechseln können; dieser Wechsel beginnt mit 1. Jänner und ist für Kuna-Münzen drei Jahre lang möglich, während Banknoten bei Banken ein Jahr lang umgetauscht werden können. Keine Umtauschfrist für Banknoten gibt es bei der Nationalbank. Automatisch erfolgt der Umtausch bei Einlagen und Krediten.“ Besondere Regeln gelten für Bankomaten, und zwar von 15. Dezember bis 15. Jänner. Ein Großteil aller Bankomaten soll bereits am 1. Jänner 2023 mit Euro versorgt sein; welche das sind, darüber informieren die Banken auf ihren Webseiten. Bis 15. Jänner müssen dann alle Bankomaten Euro ausgeben. Bis zu diesem Stichtag werden die Banken keine Gebühren für die Behebung von Euro bei Bankomaten von Personen einheben, die keine Kunden dieser Bank sind. Die kroatische Wirtschaft ist stark an die Eurozone gebunden. Etwa 60 Prozent der Importe stammen aus diesem Währungsgebiet, und ebenfalls etwa 60 Prozent der Exporte gehen in den Euroraum. Mit der Einführung des Euro fallen das Wechselkursrisiko weg und die Buchhaltung wird einfacher. Wichtigster einzelner Wirtschaftszweig in Kroatien ist der Fremdenverkehr. Die heurige Saison dürfte nach den schwierigen Jahren der Corona-Pandemie wieder sehr gut werden. Ein großer Teil der Touristen kommt aus dem Euroraum; ihnen bleibt ab 1. Jänner das Geldwechseln erspart.
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