20250206 ZiB2 Kosovo Reportage vor der Wahl Wehrschütz Mod
Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus dem Kosovo
Insert1: Avni Podrimaj, Eigentümer der Firma Podrimaj
Insert2: Lulzim Rafuna, Präsident der Handelskammer des Kosovo
Gesamtlänge: 2’00
Ein Spaziergang durch Pristina gewährt Einblicke in das Selbstverständnis des Kosovo und das Leben in der Stadt. Weit verbreitet sind Anklänge an den Kampf gegen Serbien der mit dem NATO-Krieg 1999 endete. „Liria ka emer“ – Freiheit hat einen Namen“ steht auf diesem Hochhaus mit dem Symbol der Freischärler-Bewegung UCK daneben. Doch 25 Jahre später dominieren Probleme des Alltags, wie dieses Grafitti an einer Hauswand zeigt: „170 Euro Mindestlohn, 350 Euro eine Wohnung in Pristina. Nach wie vor wird im Kosovo viel zu wenig selbst produziert. Einer Milliarde Exporte stehen sechs Milliarden Importe gegenüber; dabei produziert diese Firma in Peja im Grenzgebiet zu Montenegro sehr modern Styropor und Farben; eine Drittel der Produktion wird exportiert, vor allem in die EU:
3’04:
In acht Jahren haben wir etwa 10 Millionen Euro investiert, ohne jegliche Unterstützung des Staates; die Finanzierung kam von Banken zu einem ziemlich hohen Zinsniveau. Die Wirtschaft im Kosovo hat sich bis jetzt wirklich schwer entwickelt, aber der große Wille hat uns geholfen, zu wachsen.“
Doch es gibt noch andere, früher unbekannte Probleme im Kosovo:
0’37:
„Eine Herausforderung bleibt der Mangel an Arbeitskräften, und zum anderen gibt es nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte, die den Anforderungen des Marktes entsprechen, Dazu sind Reformen im Bildungssystem erforderlich.“
Das demographische Problem zeigen auch die Parlamentswahlen am Sonntag. So hat der Kosovo zwar mehr als zwei Millionen Wahlberechtigte, aber nur knapp 1,6 Millionen Einwohner; Auswanderung und sinkende Geburtenrate zeigen Wirkung. Dazu passt dieses Plakat in Pristina, das Krankenschwestern Arbeit in Deutschland verspricht, die dann im Kosovo fehlen.