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20250208 Kleine Zeitung Kosovo wählt Parlament Wehrschütz

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Kleine Zeitung
Berichte Kosovo

„Zwei, drei Tage Arbeit in der Fabrik, zwei, drei Tage Lernen in der Schule, um praktisches Wissen anzuwenden. Auf diese Weise werden die Kinder ab 16 Jahren in ihrem Kopf die Verbindung zwischen Verdienst und Arbeit und Engagement herstellen. Damit sie den Verdienst nicht mit Schicksal oder Kriminalität verbinden, sondern mit Arbeit und Engagement. So werden wir neue Kräfte auf den Markt bringen.“

„Von einer Ecke zur anderen Ecke“ lautet Kurtis Wahlkampfmotto; es bezieht sich auch auf die seiner Darstellung nach erfolgte Herstellung der Souveränität über den serbisch dominierten Norden. Doch die „Wahl“ albanischer Bürgermeister erfolgte mit einer Stimmbeteiligung von etwa einem Prozent; die Serben boykottierten nicht nur die Wahl, sondern boykottieren auch die Institutionen des Kosovo. Schwerer noch als das angespannte Verhältnis zu Serbien wiegt jedoch die beträchtliche Verschlechterung der Beziehungen mit der EU und den USA, deren neue Führung sich via X klar gegen Albin Kurti gestellt hat. In diesem Sinne kritisiert auch der ehemalige Außenminister Enver Hoxhaj Kurti und die Regierung und sagt im Gespräch mit mir: "Wir hatten eine Regierung, die nicht im Stande war, eine einzige Reform im Kosovo zu beginnen und zu beenden; das gilt auch für große Projekte der Entwicklung. Und was die Außenpolitik betrifft, so ist Kurti mit seiner Regierung praktisch gescheitert. Wir versuchen alles, um die Wahlen zu gewinnen, damit wir umfassende Reformen durchsetzen und auch außenpolitische Ziele auch erreichen."

Enver Hoxhaj kandidiert für die Partei PDK, die mit dem Motto wirbt: „Kosovo mundet ma mire“ – zu Deutsch: der Kosovo kann es besser. Negativ bewerten alle Oppositionsparteien die vierjährige Amtszeit des einstigen Studentenführers Albin Kurti. Hoffnung auf einen Machtwechsel machen sich drei Parteien, die alle bereits regiert haben, nach Umfragen aber nur gemeinsam eine Chance haben sollten, einen Machtwechsel herbeizuführen. Ob Kurti am Sonntag eine weitere Amtszeit gewinnt, ist offen; Meinungsumfragen ergeben kein klares Bild. Klar zeigt die Parlamentswahl aber auch die demographischen Probleme des Kosovo. Die Bevölkerung beträgt nur mehr 1,6 Millionen, wahlberichtigt sind aber mehr als zwei Millionen Albaner, denn die Auswanderung ist ein weiteres Problem des Kosovo.