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20250516 FJ7 Albanien auf dem Weg in die EU Wehrschütz Mod

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Berichte Albanien


2‘22
Europa ist größer als die EU - dieser Tatsache trägt der Gipfel Rechnung, der heute unter dem Titel: „Ein neues Europa in einer neuen Welt“ stattfindet. Neben den 27 EU-Mitgliedern sind weitere 20 Länder anwesend. Österreichisch ist durch Bundeskanzler Christian Stocker vertreten. Der Gipfel allein ist schon ein Zeichen dafür, welch erstaunliche Entwicklung dieses Balkan-Land in den vergangenen Jahren vom Schmuddelkind und Armenhaus in Europa genommen hat, und zwar zum aussichtsreichen Kandidaten für einen EU-Beitritt auf dem Balkan. Ziel ist es, den Beitritt bis 2030 zu schaffen, wie es darum steht, berichtet aus der Hauptstadt Tirana unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz:

2030 ist das Zieldatum, das Ministerpräsident Edi Rama in der Kampagne für die Parlamentswahl propagierte, die ihm vergangenen Sonntag einen klaren Sieg und eine vierte Amtszeit bescherte. Berücksichtigt man die etwa zwei Jahre, die in den 27 EU-Staaten die Ratifizierung eines Beitrittsvertrages dauert, bedeutet das, dass Albanien die Verhandlungen bis Ende 2027 abschließen muss. Dass ist auch das Ziel der Regierung; die 35 Kapitel sind in sechs Cluster gegliedert, vier Cluster sind bereits eröffnet; was die Erfüllung der EU-Vorgaben bedeutet, erläutert in Tirana der stellvertretende Außenminister Endrit Yzeiraj so:

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Zum Beispiel bedeutet das Kapitel über den Binnenmarkt, dass jedes Produkt, das in Albanien verkauft wird, den EU-Standards und diesen Industrienormen entsprechen muss: Spielzeug, Seife, Reinigungsmittel, Baumaterialien, all diese Produkte haben zugelassene Zertifizierungen. Für all diese Produkte muss Albanien neue Gesetze verabschieden.“

90 Prozent der Albaner sind für die EU – das ist die höchste Zustimmungsrate am Balkan. Daher ist Brüssel sehr bemüht, den Albanern zu zeigen, dass ihr Land von einem Beitritt profizieren wird; so werden konkrete Projekte vom Jugend- und Sozialzentrum bis hin zur Imkerei unterstütze. Hinzu kommt der Ausbau der Infrastruktur, wie die Rückkehr der Eisenbahn in das Verkehrswesen Albaniens. Dazu sagt der Österreicher Hubert Perr, zuständig in der EU-Delegation in Tirana für die Zusammenarbeit mit Albanien:

Ziel ist auch die regionale Vernetzung Albaniens nicht nur mit dem Balkan, sondern mit der gesamten EU auf eine umweltfreundliche Art und Weise. Ob die Regierung in Tirana ihr gewünschtes Beitrittsdatum 2030 erreichen kann, wird nicht nur von einem überzeugenden Kampf gegen Korruption und Organisierte Kriminalität, sondern auch davon abhängen, ob alle 27 EU-Staaten bereits sein werden, neue Mitglieder aufzunehmen.

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