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Nach Trauerzug in Albanien

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Berichte Albanien
In Albanien haben heute Tausende Anhänger der sozialistischen Opposition der drei vor einer Woche erschossenen Demonstranten gedacht. Der Trauerzug im Zentrum von Tirana verlief friedlich. Genau vor einer Woche was das anders. Damals kam es in Tirana bei einer Kundgebung gegen die konservative Regierung zu Ausschreitungen und Angriffen auf die Polizei. Als Demonstranten versuchten das Regierungsgebäude zu stürmen erschossen die Republiksgarde drei Demonstranten.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Tirana

Insert1: Edi Rama, Sozialistischer Oppositionsführer

Insert2: Sali Berisha, Ministerpräsident

Aufsager: Christian Wehrschütz aus Tirana

Gesamtlänge. 2’14

Schweigend erwiesen mehr als 20.000 Anhänger der Opposition heute den drei Männern die letzte Ehre. Ziel waren die Porträts der Toten, die nur wenige Meter von hier entfernt, erschossen wurden. Angeführt hat den Trauerzug Edi Rama, Bürgermeister von Tirana und Vorsitzender der Sozialistischen Opposition. Auf den Zug könnten bald neue Demonstrationen folgen:

"Natürlich wollen wir weiter friedlich Widerstand zu leisten. Wir sind keine Bewegung, die über die Straße zur Macht kommen will. Wir sind eine mit den Menschen vereinigte Opposition, die eine Macht stoppen will, die Albanien in eine Banen-Republik verwandeln will."

Friedlich war der Widerstand in der Vorwoche aber nicht. Von etwa 300 Rowdys spricht die Polizei, die beim versuchten Sturm auf das Regierungsgebäude ebenfalls viele Verletzte zu beklagen hatte. Die Todesschüsse kamen von der Regpubliksgarde, die Ministerpräsident Sali Berisha schütze, der im Gebäude war. Er wirft Rama einen Putschversuch vor:

"Er hat Parlamentsabgeordnete mit außerordentlich viel Geld ausgeschickt, um Menschen zu bestechen, in dem ihnen 200 bis 300 Dollar gegeben wurden, um Gewalttaten zu verüben. Und für den Transport hierher bekamen sie noch zwischen 50 und 100 US-Dollar.

Mit den Parlamentswahlen 2009 begann der Machtkampf zwischen den beiden Politikern. Rama spricht von Wahlfälschung, seine Sozialisten boykottierten monatelang das Parlament. Berisha goss durch seinen Krieg der Worte ebenfalls Öl ins Feuer. Der Konflikt überschattet immer stärker die Reformerfolge Albaniens. Dazu zählt die Modernisierung der Infrastruktur durch ausländische Investoren, die nun verunsichert sind. EU und USA versuchten die Spannungen zu mindern, und der Tod der Demonstranten wird nun untersucht. Bis zu den Lokalwahlen im Mai stehen Albanien noch schwierige Monate bevor.

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