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Der frühere sozialdemokratisch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat gestern zum ersten Mal sein neuen Arbeitsplatz in Belgrad besucht. Gusenbauer wird die serbische Regierung auf ihrem Weg in die EU beraten, denn die Verhandlungen mit Brüssel sol
Der frühere sozialdemokratisch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat gestern zum ersten Mal sein neuen Arbeitsplatz in Belgrad besucht. Gusenbauer wird die serbische Regierung auf ihrem Weg in die EU beraten, denn die Verhandlungen mit Brüssel sollen bereits im Jänner beginnen. Der Hauptansprechpartner des früheren österreichischen Bundeskanzlers in Serbien ist aber nicht der sozialistische Ministerpräsident Ivica Dacic, sondern dessen konservativer Stellvertreter Alexander Vucic sein. Vucic ist der Vorsitzende der stärksten Regierungspartei, der konservativen serbischen Fortschrittspartei. Er hat Alfred Gusenbauer auch für diese Beratertätigkeit engagiert.
Daher waren es auch Vucic und Gusenbauer, die sich nach ihrem ersten Treffen in Belgrad den Journalisten stellten. Zwar gab es keine Pressekonferenz, doch waren zehn serbische Journalisten und ein Österreicher zum Hintergrundgespräch in die Regierung geladen. Vucic betonte zu Beginn, dass er sich von Alfred Gusenbauer konkrete Ratschläge aber auch eine Art Lobbying in den europäischen Hauptstädten für den Weg Serbiens in die EU erwarte. Die serbischen Journalisten fragten den früheren österreichischen Bundeskanzler wie lange Serbiens Weg in die EU wohl dauern werde, und ob sich das Image des Landes bereits verbessert habe. Gusenbauer verwiese auf das Brüsseler Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen mit dem Kosovo, das in Europa sehr positiv aufgenommen worden sei. Seinen ersten Ratschlag an Serbien formulierte Gusenbauer so: "Ich werde keine Märchen erzählen, sondern man kann nur über das berichten, was tatsächlich geschieht, und daher ist mein erster Ratschlag: "Tue Gutes und rede darüber", das heißt, wenn Reformen hier in Serbien stattfinden in Richtung mehr Rechtsstaatlichkeit, besseres Umfeld für die Wirtschaft, friedlicher und stabiler Verhältnisse, dann muss man darüber in Europa auch reden. Dazu hat es in Europa im Übrigen auch schon erste Schritte gegeben: das Brüsseler Abkommen war ein wichtiger Schritt, der engagierte Kampf gegen die Korruption ist ein weiterer wichtiger Schritt, und das muss man auch öffentlich machen."
Gusenbauers konkrete Aufgaben werden darin bestehen, Serbien beim Beitrittsprozess zu beraten, sein Image in Europa zu verbessern, und die Regierung in Belgrad über die Stimmung in den EU-Mitgliedsländern zu informieren. Der Hauptteil seiner Tätigkeit liegt somit in der EU, doch mit Gusenbauer zunächst alle zwei Wochen nach Belgrad kommen und auch über ein Büro im Gebäude der serbischen Regierung verfügen. Wie hoch das Honorar für die Beratertätigkeit ist, ließen Gusenbauer und Vucic offen.
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