Julia Timoschenko kandidiert für das Amt des Präsidenten

Ukraine / Radio / J18 / 2019-01-22 18:00

Einleitung

In der Ukraine wird am 31. März der Präsident gewählt. Ihre Antreten zu dieser Wahl verkündete heute in Kiew die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Sie ist Vorsitzende der nationalkonservativen Vaterlandspartei. Nach Umfragen führt derzeit Timoschenko vor dem Kabarettisten Volodimir Zelenski und Petro Poroschenko. Doch die Zustimmungsraten sind insgesamt gering, das Rennen ist somit offen. Aus Kiew berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

In der Ukraine wird am 31. März der Präsident gewählt. Ihre Antreten zu dieser Wahl verkündete heute in Kiew die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Sie ist Vorsitzende der nationalkonservativen Vaterlandspartei. Nach Umfragen führt derzeit Timoschenko vor dem Kabarettisten Volodimir Zelenski und Petro Poroschenko. Doch die Zustimmungsraten sind insgesamt gering, das Rennen ist somit offen. Aus Kiew berichtet Christian Wehrschütz:

Es war keine euphorische Stimmung die bei der Versammlung der Vaterlands-Partei im Sportpalast in Kiew herrschte. Euphorie vermochten auch die Saalordner nicht zu erzeugen, die Delegierte und Besucher zu noch stärkerem Applaus und Fahnenschwingen motivieren sollten. Nach etwa vier Stunden erfolgte die Bestellung von Julia Timoschenko zur Kandidatin für das Amt des Präsidenten einstimmig und in offener Abstimmung. In ihrer zwei Stunden dauernde Rede versprach sie für den Fall ihrer Wahl einen neuen Kurs, der die Ukraine aus Armut, Krieg und Korruption herausführen werde; Julia Timoschenko:

„Leider ist die Ukraine heute der Spitzenreite an Korruption im Weltmaßstab. Ein derartiges Niveau an Korruption in der Führung des Landes gibt es sonst nirgends mehr, davon zeugen auch die internationalen Ranglisten. Die erste Anschuldigung, die wir von der zivilisierten Welt hören, ist die totale hoffnungslose Korruption; an diesem System ist jeder mit Freuden beteiligt - vom Präsidenten über die Abgeordneten bis hin zur kommunalen Hausverwaltung.“

Bekämpfen will Timoschenko die Korruption auch durch eine neue Verfassung, über die das Volk so rasch wie möglich nach ihrer allfälligen Wahl abstimmen soll. Für alle Mißstände machte Timoschenko ganz klar Amtsinhaber Petro Poroschenko verantwortlich, ohne ihn beim Namen zu nennen. Poroschenko hat sein Antreten zu Wiederwahl noch nicht offiziell verkündet, doch auch er steht seit Wochen im Wahlkampf.