Reportage aus dem Grenzgebiet bei Uschgorod

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2018-12-15 19:30

Einleitung

Als die Ukraine im Juli 2017 die Visa-Freiheit in die EU bekam, war die Sorge groß, dass Ukrainer massenhaft illegal in die EU einreisen und auch eine neue Route für illegale Migration aus Drittstaaten entstehen könnte. Diese Befürchtungen haben sich nicht in dem Umfang bewahrheitet; zwar nahm auch die Schwarzarbeit zu, doch insgesamt mussten 2017 nur 26.600 Ukrainer ausgewiesen werden. Auch im Falle der illegalen Migration aus Drittstaaten ist die Ukraine bisher eine kleine Nebenroute; genutzt wird sie vor allem von Personen, die als Touristen und Studenten in die Ukraine einreisen, ohne wirklich in diesem Land sich länger aufhalten zu wollen:

Detail

Als die Ukraine im Juli 2017 die Visa-Freiheit in die EU bekam, war die Sorge groß, dass Ukrainer massenhaft illegal in die EU einreisen und auch eine neue Route für illegale Migration aus Drittstaaten entstehen könnte. Diese Befürchtungen haben sich nicht in dem Umfang bewahrheitet; zwar nahm auch die Schwarzarbeit zu, doch insgesamt mussten 2017 nur 26.600 Ukrainer ausgewiesen werden. Auch im Falle der illegalen Migration aus Drittstaaten ist die Ukraine bisher eine kleine Nebenroute; genutzt wird sie vor allem von Personen, die als Touristen und Studenten in die Ukraine einreisen, ohne wirklich in diesem Land sich länger aufhalten zu wollen:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine

Insert1: Olena Tratschuk, Pressesprecherin der ukrainischen Grenzpolizei

Insert2: Artem Olijnik, Oberstleutnant der ukrainischen Grenzpolizei

Gesamtlänge: 1’24

Bei der Stadt Uschgorod liegt der zentrale Grenzübergang Tschop; er ist auch bei Zigaretten-Schmugglern beliebt, während die grüne Grenze eher kleinerer Schmuggler und illegale Migranten nutzen, die aus Drittstaaten über die Ukraine in die EU einreisen wollen. Zum Einsatz kommen hier auch mechanische Bewegungsmelder. Von Tschop aus werden 150 Kilometer Staatsgrenze überwacht, auch in gemeinsamen Patrouillen mit den EU-Nachbarn:

"Im Vorjahr haben wir hier 430 illegale Migranten aufgegriffen, heuer waren es 472, das sind zehn Prozent mehr; an der gesamten Staatsgrenze betrug die Zunahme 20 Prozent."

Vorläufig verwahrt werden illegale Migranten knapp hinter der Grenze; sieben Personen sind derzeit hier, vier Marokkaner, zwei Bangladeschi und eine Frau aus Vietnam; das Gebäude hat die EU finanziert; um Asyl hat keiner angesucht:

„Sie warten auf einen freien Platz in den beiden Aufnahmelagern für illegale Migranten, die abgeschoben werden sollen. Dort haben sie vor allem mehr Bewegungsfreiheit, werden aber ebenso bewacht."

Ein besserer Schutz der eigenen Grenzen war eine Bedingung für die Visafreiheit in die EU, die die Ukraine im Juni 2017 erhalten hat.