Donezk nach dem Machtwechsel

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2018-11-12 19:00

Einleitung

Im prorussischen Rebellengebieten von Donezk ist gestern der Machtwechsel vollzogen worden. Neuer starker Mann dieser sogenannten Volksrepublik ist Denis Puschilin, der bisherige Chefverhandler bei den Friedensgesprächen in Minsk. Bei der sogenannten Wahl erhielt Puschilin nach einem vorläufigen Endergebnis etwa 60 Prozent. Grund für den Machtwechsel war der Mord an Alexander Sachartschenko durch einen Bombenanschlag in Donezk Ende August. Puschilin gilt als Mann Moskaus, das die Rebellen-Republik massiv unterstützt, militärisch politisch und materiell.

Detail

Im prorussischen Rebellengebieten von Donezk ist gestern der Machtwechsel vollzogen worden. Neuer starker Mann dieser sogenannten Volksrepublik ist Denis Puschilin, der bisherige Chefverhandler bei den Friedensgesprächen in Minsk. Bei der sogenannten Wahl erhielt Puschilin nach einem vorläufigen Endergebnis etwa 60 Prozent. Grund für den Machtwechsel war der Mord an Alexander Sachartschenko durch einen Bombenanschlag in Donezk Ende August. Puschilin gilt als Mann Moskaus, das die Rebellen-Republik massiv unterstützt, militärisch politisch und materiell.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Donezk

Insert1: Denis Puschilin, Politischer Führer der prorussischen Kräfte von Donezk

Insert2: Svetlana, Wählerin, Staatsbeamtin und Großmutter in Donezk

Gesamtlänge: 1’27

Mit einer Feier am Lenin-Platz beging gestern die politische Führung den Machtwechsel in Donezk. Manche hatten gemischte Gefühle, haben sie hier doch ganz andere Feuerwerke erlebt; zweitens bekommen Pensionisten etwa 30 Euro Rente; mancher empfand das Spektakel auch als Geldverschwendung; sie und die Korruption will Denis Puschilin zurückdrängen, um das Investitionsklima zu verbessern. Das Hauptziel heißt Russland:

"Notwendig ist nun die wirtschaftliche Integration, weil unsere Betriebe ein großes Potential haben. Wir brauchen einen ausländischen Markt, und daran arbeiten wir. Die Ukraine stößt diese Region mit ihrer Blockade von sich, doch vier Millionen Menschen können nicht in einem eingeschränkten Gebiet leben."

Die Wahl an sich entsprach keinen österreichischen Standards; das begann bereits mit der gelenkten Zulassung von Kandidaten. Auch die annähernde Gesamtzahl der Wähler wurde nicht mitgeteilt; trotzdem ist Beisitzern das Bemühen um einen korrekten Ablauf nicht abzusprechen. Das Grundproblem des Gebiets bringt eine Wählerin auf den Punkt:  

„Uns erkennt niemand an, uns braucht keiner; ich hoffe, dass sich nach dieser Wahl etwas ändert, sich die Lage normalisiert und dass wir auch anerkannt werden.“

Doch die Kluft wird eher tiefer. Ob Svetlanas Enkelin in Frieden und in welchem Staat sie aufwachsen wird, ist derzeit völlig offen.