Die Krim zwischen sterbender Grenze und neuer Brücke

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2018-07-29 19:30

Einleitung

Mehr als vier Jahre sind seit dem Anschluss der Halbinsel Krim vergangenen, den die Ukraine, die EU und die USA nach wie vor als Annexion verurteilen und nicht anerkennen. Trotzdem und trotz der Sanktionen gegen die Krim und Russland arbeitet Moskau durch massive Investitionen an der völligen Anbindung und Modernisierung der Krim. Dazu zählt auch die größte Brücke Europas, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet während der Personenverkehr zwischen der Ukraine und der Krim spürbar zurückgeht, auch wegen der Wirtschaftsblockade die Kiew

Detail

Mehr als vier Jahre sind seit dem Anschluss der Halbinsel Krim vergangenen, den die Ukraine, die EU und die USA nach wie vor als Annexion verurteilen und nicht anerkennen. Trotzdem und trotz der Sanktionen gegen die Krim und Russland arbeitet Moskau durch massive Investitionen an der völligen Anbindung und Modernisierung der Krim. Dazu zählt auch die größte Brücke Europas, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet während der Personenverkehr zwischen der Ukraine und der Krim spürbar zurückgeht, auch wegen der Wirtschaftsblockade die Kiew

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz von der Krim

Igor Tschichitschin, Ukrainischer Zöllner am Übergang Tschongar

Andrej Wasjuta, Handelsminister der Krim

Gesamtlänge:1‘32

Tschongar ist einer von drei Übergängen vom Kreis Cherson auf die Halbinsel Krim. 2017 passierten 2,5 Millionen Personen diese Übergänge, das sind um 200.000 Personen weniger als im Jahre 2016. Seit gut drei Jahren herrscht eine ukrainische Wirtschaftsblockade, die auch Privatpersonen trifft:

„Der Gesamtwert der Waren, die aus der besetzten Krim eingeführt werden, darf nicht höher sein als 500 Euro und es dürfen nicht mehr als 50 Kilogramm sein.“

Aus den Geschäften auf der Krim sind ukrainische Produkte praktisch verschwunden.80 Prozent der hier angebotenen Waren stammen vom russischen Festland und müssen noch über Fähren auf die Krim transportiert werden. Denn die 19 Kilometer lange Brücke ist bisher nur für den Personenverkehr freigegeben. Der Schwerlastverkehr soll im Herbst anlaufen, die Eisenbahnbrücke im kommenden Jahr in Betrieb gehen:

"Auf der Fähre zahlen schwere LkWs für die Hin- und Rückfahrt derzeit etwa umgerechnet 360 Euro. Diese Summe fällt auf der Brücke weg."

Anderseits sorgt die Brücke auch für zusätzliche Spannungen im Asowschen Meer. Die Ukraine wirft Russland vor, die freie Schifffahrt einzuschränken und kritisiert Kontrollen ukrainischer Schiffe, die Russland mit dem Schutz vor möglichen Terroranschlägen auf die Brücke rechtfertigt. Der Streit um die Krim wird noch viele Jahre dauern, während die Brücke und weitere massive Investitionen die Anbindung der Krim an Russland immer stärker werden lassen.