Die Lage in einer Fronstadt der prorussischen Rebellen

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2018-07-03 19:30

Einleitung

In der Ostukraine haben die Verletzungen der Feuerpause in den vergangenen zwei Monaten wieder deutlich zugenommen. So fielen allein im Juni 14 ukrainische Soldaten, das ist die höchste Opferzahl seit sechs Monaten. Deutlich zugenommen hat im Mai der Beschuss von Städten und Dörfern auf beiden Seiten der Frontlinie. Auf der Seite der prorussischen Rebellen wram vom ukrainischen Beschuss besonders betroffen die Stadt Gorlowka, 30 Kilometer nordöstlich der Rebellenhochburg Donezk. Doch auch in Gorlowka sind die Bewohner bemüht, ein Leben zu führen, dass nicht nur durch den Krieg geprägt ist, der schon mehr als vier Jahre dauert.

Detail

In der Ostukraine haben die Verletzungen der Feuerpause in den vergangenen zwei Monaten wieder deutlich zugenommen. So fielen allein im Juni 14 ukrainische Soldaten, das ist die höchste Opferzahl seit sechs Monaten. Deutlich zugenommen hat im Mai der Beschuss von Städten und Dörfern auf beiden Seiten der Frontlinie. Auf der Seite der prorussischen Rebellen wram vom ukrainischen Beschuss besonders betroffen die Stadt Gorlowka, 30 Kilometer nordöstlich der Rebellenhochburg Donezk. Doch auch in Gorlowka sind die Bewohner bemüht, ein Leben zu führen, dass nicht nur durch den Krieg geprägt ist, der schon mehr als vier Jahre dauert.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Gorlowka

Insert1: Iwan Prihodko, amtierender Bürgermeister von Gorlowka

Insert2: Iwan Prihodko, amtierender Bürgermeister von Gorlowka

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Vor dem Krieg zählte Gorlowka 280.000 Einwohner, jetzt sind es etwa 235.000. Von der 500 Kilometer langen Frontlinie entfallen fast 50 Kilometer auf Gorlowka, wobei die Front unmittelbar an der Stadtgrenze verläuft. Beschossen werden nun vor allem Außenbezirke; seit Kriegsbeginn wurde ein Fünftel des Hausbestandes beschädigt:

"Mitte Mai wurden 123 Häuser beschädigt; sechs Personen wurden getötet, 11 verletzt. Bis dahin hatten wir den letzten Toten im Oktober.“

Und wie ist die soziale und humanitäre Lage der Stadt?

"Das Wichtigste ist, den Menschen Arbeit zu geben; daher versuchen wir, die Produktion anzukurbeln. Humanitäre Hilfe ist eine erzwungene Maßnahme, die die Menschen schwächt, weil sie dann nicht mehr arbeiten wollen. Was wir aber sonst am dringendsten brauchen, das sind Medikamente, weil sie sehr teuer sind."

Unter Krieg und ukrainischer Blockade leidet auch die Wirtschaft. Im Frieden produzierte die Bäckerei rund um die Uhr, jetzt nur mit einer Schicht und 13 Mitarbeitern. Trotzdem sind Bewohner und Stadt bestrebt, auch ein normales Leben zu führen. Ende Juni fand ein Straßenfest zum internationalen Tag der Jugend statt. Es sorgte für Ablenkung in einer Zeit, die von Gefahr und Ungewissheit geprägt ist.