Erfolgsgeschichte bei Flüchtlingen

Ukraine / Fernsehen / Heute Mittag in Österreich / 2018-07-02 13:20

Einleitung

Die Migrationskrise aus Syrien und Nordafrika haben einen Krieg in den Hintergrund treten lassen, der nicht nur mehr als 10.000 Tote, sondern auch 1,8 Millionen Vertrieben und Flüchtlinge zur Folge hatte und hat – den Krieg in der Ostukraine. Für viele dieser Menschen ist der Neubeginn sehr schwierig; die ukrainische Verwaltung funktioniert schlecht und internationalen Hilfsorganisationen stehen vielfach nur mehr beschränkte Mittel zur Verfügung. Trotzdem gibt es auch Erfolgsgeschichten, wo sich Flüchtlinge durch Eigeninitiative und mit Startkapital des UNDP, des UNO-Hilfswerks für Entwicklung, eine neue

Detail

Die Migrationskrise aus Syrien und Nordafrika haben einen Krieg in den Hintergrund treten lassen, der nicht nur mehr als 10.000 Tote, sondern auch 1,8 Millionen Vertrieben und Flüchtlinge zur Folge hatte und hat – den Krieg in der Ostukraine. Für viele dieser Menschen ist der Neubeginn sehr schwierig; die ukrainische Verwaltung funktioniert schlecht und internationalen Hilfsorganisationen stehen vielfach nur mehr beschränkte Mittel zur Verfügung. Trotzdem gibt es auch Erfolgsgeschichten, wo sich Flüchtlinge durch Eigeninitiative und mit Startkapital des UNDP, des UNO-Hilfswerks für Entwicklung, eine neue Existenz haben aufbauen können. Ein Beispiel gibt es in der Hafenstadt Mariupol, die nur 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt ist.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Mariupol

Insert1: Paulina Lekonzewa, Flüchtling und Unternehmerin

Insert2: Paulina Lekonzewa, Flüchtling und Unternehmerin

Gesamtlänge: 2’01

Diese Kaffee-Konditorei führt ein Ehepaar, das in Mariupol nur mit dem hängen blieb, was Frau und Mann am Leibe trugen. Eingeladen zu einer Hochzeit wurden Paulina und Dmitri in Mariupol vom Kriegsausbruch in ihrem Heimatort überrascht und blieben in der Hafenstadt. Das Ehepaar hat einen ganz anderen beruflichen Hintergrund; erste Gehversuche machte Paulina am Herd im Aufnahmelager in Mariupol:

"Mein Traum war es schon als Kind, etwas mit Schokolade zu machen. Als wir dann in dem Aufnahmelager waren und begriffen, dass wir hier nicht unser ganzes Leben verbringen wollen, erfuhren wir, dass es Zuschüsse für Projekte gibt. Mit dem ersten Zuschuss aus Dänemark haben wir uns eine Kaffeeröstermaschine gekauft; dann dachten wir daran ein Kaffee aufzumachen, verstanden aber, dass das zu wenig ist. Eines späten Abends fragte mich mein Mann: "Willst Du nicht Deinen Traum umsetzten, Schokoladier zu werden? Und so kam es."

4.000 Dollar stellte die UNO-Entwicklungsorganisation UNDP zur Verfügung; die weiteren Mittel kamen von Freunden und Verwandten. Die Investitionen hat das Kaffee bereits fast vollständig hereingebracht; Paulina gibt Kurse für Kinder und auch Kindergeburtstage werden veranstaltet. Was rät sie Binnenflüchtlingen für einen erfolgreichen Neubeginn?

"Es gibt viele Ratschläge; das Wichtigste ist wahrscheinlich, einen klaren Schlußstrich zum früheren Leben zu ziehen. Je stärker Du an der Vergangenheit festhältst, desto schwieriger wird es. Je besser Du das verstehst und sagst, das liegt hinter mir, das ist nur mehr meine Erinnerung, doch jetzt mache ich etwas Neues, dann wir man auch Erfolg haben."

Das ist wohl leichter gesagt als getan, aber trotzdem richtig; doch der Krieg dauert schon mehr als vier Jahre; Frieden und Rückkehr werden ohnehin immer mehr zur Illusion.