Oberösterreicher aus St. Florian als Schwein-Pionier in der Ukraine

Ukraine / Fernsehen / Oberösterreich Heute / 2017-11-22 19:00

Einleitung

Die Ukraine hat nicht gerade den Ruf, ein Land mit großer Innovationskraft zu sein; vielmehr prägen Oligarchen, Korruption und Krieg im Ostteil des Landes das Bild. Dass die Realität besser ist als der Ruf, zeigt ein Oberösterreicher aus St. Florian. Der Sohn eines Bauern kam zunächst vor 12 Jahren als Marketingchef eines deutschen Konzerns in die Ukraine; vor sechs Jahren begann er mit einer Schweinezucht mit Genetik aus Oberösterreich; außerdem setzt er Antibiotika nur zur Therapie und nicht bereits vorbeugend ein; den Pionier aus St. Florian hat in Timoschiwka unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz besucht:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine

Kamera/Schnitt: Wasilij Rud

Insert1: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Insert2: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Insert3: Juri Serbin, Firma Ham.lo bei Kiew

Insert4: Maxim Lositzky, Verkäufer in Kiew

Insert5: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Gesamtlänge: 3’15

Detail

Die Ukraine hat nicht gerade den Ruf, ein Land mit großer Innovationskraft zu sein; vielmehr prägen Oligarchen, Korruption und Krieg im Ostteil des Landes das Bild. Dass die Realität besser ist als der Ruf, zeigt ein Oberösterreicher aus St. Florian. Der Sohn eines Bauern kam zunächst vor 12 Jahren als Marketingchef eines deutschen Konzerns in die Ukraine; vor sechs Jahren begann er mit einer Schweinezucht mit Genetik aus Oberösterreich; außerdem setzt er Antibiotika nur zur Therapie und nicht bereits vorbeugend ein; den Pionier aus St. Florian hat in Timoschiwka unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz besucht:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine

Kamera/Schnitt: Wasilij Rud

Insert1: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Insert2: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Insert3: Juri Serbin, Firma Ham.lo bei Kiew

Insert4: Maxim Lositzky, Verkäufer in Kiew

Insert5: Thomas Brunner, Schweinezüchter in der Ukraine

Gesamtlänge: 3’15

Timoschiwka liegt 250 Kilometer südlich von Kiew; 1000 Einwohner leben in dem Ort, dessen Kolchose den Zusammenbruch der Sowjetunion ebenfalls nicht überdauert hat. Die verwahrloste Kolchose übernahm vor sechs Jahren Thomas Brunner; nunmehr beherbergt sie 4.500 Schweine; Hygiene wird großgeschrieben, daher war der Betrieb bisher von der in der Ukraine grassierenden Schweinpest nicht betroffen. Die Zucht punktet mit bester Qualität und beliefert Schlachthöfe:

"Da ist einmal die tolle Genetik aus Österreich, die wir uns damals importiert haben vom oberösterreichischen Zuchtverband; auf der anderen Seite können durch die Art und Weise wie wir füttern die Tiere auch ihr gesamtes Potential abrufen. Es hilft ihnen nichts, wenn sie die beste Genetik haben, mit den Tieren aber nicht ordentlich umgehen können, nicht richtig füttern, dann können sie dieses Potential gar nicht abrufen. Das ist der riesige Vorteil, den wir haben."

Nur etwa zwei Prozent der Tiere werden mit Antibiotika behandelt:

"Das System Timoschiwka ist Schweineproduktion ohne Antibiotika; wir verwenden Antibiotika nur zu therapeutischen Zwecken. Wir versuchen alle Probleme an der Wurzel zu packen, das heißt, nicht einfach zu kaschieren mit Antibiotika, sondern wirklich zu schauen, woher kommt das Problem. Daher haben wir auch eine sehr gute Herdenimmunität."

In Kiew beliefert Brunner nun auch zwei junge Ukrainer, die nun verschiedene Sorten Speck aber auch Prosciutto produzieren. Die beiden kamen aus völlig anderen Berufen, wollten sich selbständig machen und gingen in Italien zur Lehre: vor einem Jahr begann die Produktion:

"Dieses Produkt lieben alle; doch es wird importiert, daher gibt es einen Markt. Besser hier herstellen als einführen, wobei es viele Fälle gibt, wo es keine höhere wertige Qualität ist, und nicht immer von besten Lieferanten stammt, weil es im Wesentlichen teuer ist."

Diese Aussage bestätigt ein Blick in einen Konsumtempel in Kiew. Zwei Drittel der angebotenen Produkte stammen aus Importen vor allem aus Italien und Spanien, obwohl das ukrainische Produkt den Vergleich nicht zu scheuen braucht:

„Bei uns waren Italiener, und sie ließen wir das ukrainische Produkt kosten. Die Italiener sagten, dass das ziemlich ihrer Produktion ähnlich und sehr schmackhaft sei. Doch das ukrainische Produkt ist zwei Mal billiger."

Vom Erfolg seiner Geschäftspartner bei den Kunden ist Thomas Brunner nicht überrascht; kreative Jungunternehmer seien in der Ukraine immer mehr zu finden:

"Ich kenne relativ viele Jungunternehmer bis 40, die einfach Super-Sachen auf die Füße stellen; von der Ukraine ist bekannt, dass sie auch im IT-Bereich sehr stark ist; aber gerade bei den Lebensmitteln entstehen gerade in der Westukraine, wo sie die Karpaten haben, auch viele Käsesorten."

Hinzu kommt, dass in der Ukraine der Markt noch nicht gesättigt und die Konkurrenz noch nicht so stark sind, weil Fleischveredelung und die Zuchtmethoden der Oberösterreichers bisher die Ausnahme und nicht die Regel sind.