Lyniv und Mozart in Lemberg

Ukraine / Fernsehen / Aktuell in Österreich / 2017-08-03 17:00

Einleitung

Kinder prominenter Eltern fällt es im Leben oft schwer aus deren Schatten herauszutreten; noch schwerer hatte es vielleicht sogar der der Halbwaise Franz Xaver Mozart, der jüngste Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart, der vier Monate vor dem Tod des musikalischen Genies geboren wurde. Seine Mutter wollte ihn zu einem zweiten Mozart machen, die Kritiker maßen schon den Jüngling an seinem Vater, ein Druck, dem sich Franz Xaver mit 17 Jahren durch seine Übersiedelung nach Galizien und Lemberg entzog. Dort wirkte er viele Jahre geriet aber in sowjetischer Zeit in Vergessenheit. Jetzt entdeckt ihn die westukrainische Stadt

Detail

Kinder prominenter Eltern fällt es im Leben oft schwer aus deren Schatten herauszutreten; noch schwerer hatte es vielleicht sogar der der Halbwaise Franz Xaver Mozart, der jüngste Sohn von Wolfgang Amadeus Mozart, der vier Monate vor dem Tod des musikalischen Genies geboren wurde. Seine Mutter wollte ihn zu einem zweiten Mozart machen, die Kritiker maßen schon den Jüngling an seinem Vater, ein Druck, dem sich Franz Xaver mit 17 Jahren durch seine Übersiedelung nach Galizien und Lemberg entzog. Dort wirkte er viele Jahre geriet aber in sowjetischer Zeit in Vergessenheit. Jetzt entdeckt ihn die westukrainische Stadt Lemberg, ukrainisch Lviv, wieder und Franz Xaver Mozart war heuer sogar der Ausgangspunkt für ein neues Festival klassischer Musik LvivMozArt; ins Leben gerufen hat dieses Festival die ukrainische Dirigentin Oskana Lyniv, die im September das Amt als musikalische Leiterin der Grazer Oper und der Grazer Philharmonie antritt:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Lemberg

Insert1: Oksana Lyniv, Musikalische Leiterin der Grazer Oper

Insert2: Ljuba Kijanovska, Musikhistorikerin in Lemberg

Insert3: Oksana Lyniv, Musikalische Leiterin der Grazer Oper

Gesamtlänge: 2’10

140 Jahre lang war Lemberg Teil der Habsburger Monarchie, 25 Jahre lebte Franz Xaver Mozart, in der Stadt; ihn nicht nur für die Ukraine wiederzuentdecken ist das Ziel von Oksana Lyniv; daher begann ihr Festival auch mit zwei Werken des Mozart-Sohns; sein Schicksal berührt die 39-jährige nicht nur als Künstlerin:

"Dass er hier in Lemberg fast 30 Jahre gewirkt, komponiert und gespielt hat, und so wirklich voll vergessen wurde, das tut mir irgendwie so leid, und es ist für mich ganz spannend, jetzt für ihn eine Art Renaissance zu machen."

Im Palais Potocky ist Franz Xaver Mozart derzeit eine Ausstellung gewidmet; hier machte der 17-jährige 1808 Zwischenstation auf dem Weg zu einem Grafen als Musiklehrer in der galizischen Provinz: 1813 übersiedelte Franz Xaver nach Lemberg und wohnte in dieser Gasse, in welchem Haus ist unbekannt. Er unterrichtete die Töchter von Josephine Baroni-Cavalcabo, seinem Lebensmenschen und hatte bedeutenden Einfluss auf die musikalische Entwicklung der Stadt:

"Erstens diese Gesellschaft Cäcilien-Verein war sozusagen der Urvater unserer Musikausbildung - Gesanginstitut; und nicht zufällig die Reihe unserer Rektoren in unserer Musikakademie beginnt mit Franz Xaver Mozart, weil Gesangsinstitut war ein Vorläufer des späteren Konservatoriums."

Prägend für die klassische Musik von Lemberg ist nun auch Oksana Lyniv; Musik wurde ihre bereits im Geburtsort Brodi in die Wiege gelegt, denn Mutter und Vater sind Musiker:

„Als ich ganz klein war, mein Vater hat gerne musiziert oder improvisiert oder auch Lieder selbst arrangiert, dann saß ich auf seinem Schoß und habe zugehört und habe ganz bedauert, dass ich damals noch nicht Klavier spielen konnte aber habe versucht schon mitzusingen."

Als Künstlerin will die 39-jährige die engen kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und der Westukraine wieder entdecken und in Graz auch Werke ukrainischer Komponisten heimisch machen.