Rote Nasen in der Ukraine

Ukraine / Fernsehen / Heute Mittag / 2017-07-17 13:20

Einleitung

In der Ostukraine ist nach drei Jahren Krieg noch immer kein Frieden in Sicht; dieser Umstand trifft nicht nur die Menschen besonders hart, die im Kriegsgebiet oder in der Nähe der Front leben. Massiv betroffen sind auch die etwa 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge, die das Kriegsgebiet verlassen und nun auf einem Territorium leben, das von der Regierung in Kiew kontrolliert wird; denn nach drei Jahren Krieg und ohne Perspektive auf Frieden stellt sich für viele Flüchtlinge nun die Frage, ob sie sich nicht dort neu einrichten sollen, wo sie gerade leben. Materiell betreut werden sie unter anderem vom Roten Kreuz, das bei der psychologischen Betreuung auch mit den Roten Nasen aus Österreich zusammenarbeitet; View Clowns dieser Organisation waren nun wieder in der Ukraine; gearbeitet haben sie allerdings nicht nur Binnenflüchtlingen, sondern auch mit Kindern, deren Leben nicht durch den Krieg beeinträchtigt wird:

Detail

In der Ostukraine ist nach drei Jahren Krieg noch immer kein Frieden in Sicht; dieser Umstand trifft nicht nur die Menschen besonders hart, die im Kriegsgebiet oder in der Nähe der Front leben. Massiv betroffen sind auch die etwa 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge, die das Kriegsgebiet verlassen und nun auf einem Territorium leben, das von der Regierung in Kiew kontrolliert wird; denn nach drei Jahren Krieg und ohne Perspektive auf Frieden stellt sich für viele Flüchtlinge nun die Frage, ob sie sich nicht dort neu einrichten sollen, wo sie gerade leben. Materiell betreut werden sie unter anderem vom Roten Kreuz, das bei der psychologischen Betreuung auch mit den Roten Nasen aus Österreich zusammenarbeitet; View Clowns dieser Organisation waren nun wieder in der Ukraine; gearbeitet haben sie allerdings nicht nur Binnenflüchtlingen, sondern auch mit Kindern, deren Leben nicht durch den Krieg beeinträchtigt wird:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ukraine

Insert1: Pawel Michalak, Clown der „Roten Nasen“

Insert2: Swetlana, Direktorin des Kinderheims in Priluki

Insert3: Elena Ukrimenko, Rotes Kreuz in Priluki

Insert4: Pawel Michalak, Clown der „Roten Nasen“

Gesamtlänge: 3’20

Priluki ist eine Stadt mit 57.000 Einwohnern 150 Kilometer östlich von Kiew; das Zentrum macht einen gepflegten Eindruck, doch in ukrainischen Städten sind viele Probleme nicht auf den ersten Blick sichtbar. Klar zeigen die Spuren des Gewitters, dass auch in Priluki lange nicht in die Infrastruktur investiert wurde. Wirklich gut in Schuss ist das Heim für geistig und körperlich behinderte Kinder, mit denen vier Clowns der „Roten Nasen“ drei Tage gearbeitet haben. Die Truppe ist international aber gut eingespielt; ein Slowake, ein Tscheche, eine Ukrainerin und eine Litauerin. Alle sprechen Russisch, so daß es keine Sprachbarrieren gibt. Pavel Michalak ist bereits zum sechsten Mal in der Ukraine:

„Unser wichtigstes Werkzeug ist der Humor. Er gibt uns als Clowns große Freiheit; was die Physiotherapie für den Körper ist, das ist der Humor für die Seele, ein großes Mittel zur Heilung. Wenn Menschen aus vollem Herzen lachen, dann vergessen sie ihre schlechte Lage und Hoffnung kann kommen und positives Denken kann einsetzen."

Profitiert haben von dem Auftritt nicht nur die Kinder, sondern auch die Mitarbeiter des Kinderheims, die neue Formen der Therapie in der praktischen Anwendung kennenlernten:

"Wir haben oft von der Therapie durch Clowns und durch das Lachen gehört, doch in der Praxis haben wir das nun zum ersten Mal in diesem professionellen Maßstab gesehen. Diese Therapie hat eine sehr positive Energie ausgestrahlt und wirkt sehr positiv auf unsere Kinder."

Materiell unterstützt wird das Kinderheim von der örtlichen Tabakfabrik; sie wurde vor mehr als 20 Jahren privatisiert und beschäftigt 500 Mitarbeiter; die Fabrik ist zwar nicht der größte Arbeitgeber, doch Löhne und Sozialleistungen sind hier am höchsten. Stark entwickelt ist die soziale Ader, und davon profitiert Priluki insgesamt. Die Probleme der Stadt zeigt das Rote Kreuz, das das Kinderheim ebenfalls unterstützt; ein Drittel der Bewohner sind Pensionisten, ihre materielle Lage ist oft triste, die Geburtenrate ist negativ; Broschüren informieren über Tuberkulose, die in der Ukraine epidemische Ausmaße hat

"Das ist erstens ein soziales Problem, obwohl der Staat die Kosten für die Heilung trägt. Unter der Krankheit leiden häufig Drogenabhängige und Alkoholiker. Hinzu kommt, dass viele Menschen sich oft nicht bewusst, dass man jeden Tag die Medikamente einnehmen muss. Daher kontrollieren unsere Mitarbeiter, dass die Erkrankten auch ihre Medikamente einnehmen."

Materiell unterstützt das Rote Kreuz auch die Kriegsflüchtlinge; mit Kindern aus der Ostukraine haben die Roten Nasen ebenfalls gearbeitet. 780 Flüchtlinge hat es nach Priluki verschlagen, doch 1,5 Millionen sind es insgesamt, die auf Ukrainisch kontrolliertes Gebiet geflohen sind:

"Viele aus dem Kriegsgebiet sind Bergleute. Viele von ihnen können nichts anderes, und nun müssen sie sich nach etwas Neuem umschauen. Hinzu kommt ihr Heimweh ohne Perspektive auf Rückkehr."

Die Arbeit der „Roten Nasen“ ist somit ein Beitrag dazu, Kindern Stunden des Glücks in einem Land zu geben, das seinen Frieden noch nicht gefunden hat.