Krise um Agrokor erschüttert Kroatien

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2017-04-13 19:30

Einleitung

In Kroatien erschüttert die Krise des Nahrungsmittelkonzerns Agrokor Wirtschaft und Politik. Der mit Abstand größte Konzern des Landes hat etwa sechs Milliarden Euro Schulden, mehr als drei Milliarden bei Banken. Zu den Gläubigern zählen auch zwei Banken aus Österreich, Hauptkreditgeber sind aber zwei russische Banken

Detail

In Kroatien erschüttert die Krise des Nahrungsmittelkonzerns Agrokor Wirtschaft und Politik. Der mit Abstand größte Konzern des Landes hat etwa sechs Milliarden Euro Schulden, mehr als drei Milliarden bei Banken. Zu den Gläubigern zählen auch zwei Banken aus Österreich, Hauptkreditgeber sind aber zwei russische Banken. Agrokor beschäftigt im ehemaligen Jugoslawien 60.000 Mitarbeiter; ein Krisenmanager und ein in Kroatien beschlossenes Sondergesetz sollen nun den Konzern vor einem Konkurs retten; von ihm wären nicht nur Mitarbeiter, Banken sondern auch viele Zulieferbetriebe betroffen:



Berichtsinsert: Christian Wehrschütz


Insert1: Ante Ramljak, Krisenmanager für Agrokor


Aufsager: Christian Wehrschütz aus Belgrad


Gesamtlänge: 1’ 21


Agrokor ist der wichtigste Nahrungsmittelkonzern im ehemaligen Jugoslawien. Dazu zählen Wurstfabriken, landwirtschaftliche Betriebe sowie Supermärkte. Flaggschiff ist die Kette „Konzum“; von der Krise betroffen sind in Kroatien 30.000 Mitarbeiter sowie 100.000 Beschäftigte bei den Lieferanten; bei ihnen hat der Konzern zwei Milliarden Euro Schulden. Die sechs führenden Gläubiger-Banken sind nun grundsätzlich bereit 150 Millionen Euro zu zuschießen:



„Agrokor braucht frisches Geld damit wir Löhne bezahlen und mit der Auszahlung an die Lieferanten beginnen können. Wir müssen darum kämpfen, dass die Probleme nicht auf die gesamte Wirtschaft Kroatiens überschwappen.“


Durch ein Sondergesetz ist Agrokor 15 Monate vor einem Konkursverfahren geschützt ist. In dieser Zeit soll der Konzern restrukturiert werden. Darauf hofft auch Serbien, wo Agrokor 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. Rechtlich besser geschützt ist die Handelskette Mercator in Slowenien, die der Konzern vor drei Jahren übernommen hat.



Aufsager:

Entscheidend ist, dass bei Agrokor so viele Arbeitsplätze wie möglich gerettet werden und die Zulieferer nicht leer ausgehen; denn es gilt, die negativen Folgen der Krise für die schwachen Volkswirtschaften des Balkan zu begrenzen.