Russland hat gestern seine Teilnahme am Song Contest in Kiew abgesagt und wird ihn auch nicht im Fernsehen nicht übertragen, weil seine Kandidatin mit einem Einreiseverbot belegt ist; sie trat 2015 auf der Krim auf und reiste über Moskau ein. Die Ukraine

Ukraine / Radio / FJ7 / 2017-04-14 07:00

Einleitung

Russland hat gestern seine Teilnahme am Song Contest in Kiew abgesagt und wird ihn auch nicht im Fernsehen nicht übertragen, weil seine Kandidatin mit einem Einreiseverbot belegt ist; sie trat 2015 auf der Krim auf und reiste über Moskau ein. Die Ukraine und der Westen sehen die Krim als von Russland besetztes Territorium.

Detail

Russland hat gestern seine Teilnahme am Song Contest in Kiew abgesagt und wird ihn auch nicht im Fernsehen nicht übertragen, weil seine Kandidatin mit einem Einreiseverbot belegt ist; sie trat 2015 auf der Krim auf und reiste über Moskau ein. Die Ukraine und der Westen sehen die Krim als von Russland besetztes Territorium. Die Absage Russlands erfolgte weniger als einem Monat vor Beginn des Eurovision Song Contests. Gab es zu Beginn der Vorbereitungen berechtigte Zweifel, ob die Ukraine diese Großveranstaltung durchführen könnte, so läuft dank des Einsatzes eines erfahrenen internationalen Teams alles weitgehend nach Plan. Allein an den Aufbauarbeiten im Austragungsort arbeiten mehr als 800 Personen; ein Großaufgebot als Polizei und Nationalgarde wird die Sicherheit der Teilnehmer und Fans gewährleisten. Über die Vorbereitungen zum Großereignis und die ukrainische Haltung zu Russland berichtet aus Kiew unser Korrespondent Christian Wehrschütz:



Im Messezentrum in Kiew nehmen Zuschauertribünen und die Hauptbühne sichtbar Gestalt an, die die Basis für das Großereignis des Eurovision Song Contests bilden. Vertreter aus 15 Nationen arbeiten hier zusammen. Die Halle war bei der Übernahme durch die Organisatoren des Spektakels völlig leer; das gibt zwar größere Freiheiten bei der szenischen Gestaltung, andererseits muss die gesamte Inneneinrichtung angeliefert werden. Dazu zählen 22.000 Metallstreben für die Hauptbühnen mit einem Gesamtgewicht von 450 Tonnen. Auch der Energieverbrauch ist beachtlich, der hier mit Beginn der Proben am 20 April herrschen wird, erläutert der schwedische Produktionsleiter Ola Melzig:



"Wir haben hier 1.800 intelligente Beleuchtungskörper und 1000 Quadratmeter LED-Lampen; sie sind die Hauptverbraucher von Strom; dafür haben wir eigene Generatoren mit einer Maximalleistung von sieben Megawatt; pro Tag verbrauchen wir ab Probenbeginn etwa 20.000 Liter Diesel pro Tag."



Eine große Hilfe bei den Vorbereitungen seien Computeranimationen, sagt Ola Melzig:



"Die gesamte Beleuchtung und die Video-Einspielungen werden bis zu 80 Prozent in einer künstlichen Umgebung programmiert, ehe wir mit den Live-Proben beginnen. Wir nützen moderne Technologie auch für die Bewegungsströme der Zuschauer; etwa wie es durch eine Kamera aussieht, wenn man 1.500 Personen in den Bühnenbereich lässt. Computeranimationen bereits im Vorfeld helfen uns sehr."





Russland hat heute seine Teilnahme am Song Contest in Kiew abgesagt und wird ihn auch nicht im Fernsehen nicht übertragen, weil seine Kandidatin mit einem Einreiseverbot belegt ist; sie trat 2015 auf der Krim auf und reiste über Moskau ein. Die Ukraine und der Westen sehen die Krim als von Russland besetztes Territorium. Die Absage Russlands erfolgte weniger als einem Monat vor Beginn des Eurovision Song Contests. Gab es zu Beginn der Vorbereitungen berechtigte Zweifel, ob die Ukraine diese Großveranstaltung durchführen könnte, so läuft dank des Einsatzes eines erfahrenen internationalen Teams alles weitgehend nach Plan. Allein an den Aufbauarbeiten im Austragungsort arbeiten mehr als 800 Personen; ein Großaufgebot als Polizei und Nationalgarde wird die Sicherheit der Teilnehmer und Fans gewährleisten.



Nicht teilnehmen wird die russische Sängerin Julia Samoilowa; ihre Nominierung durch Russland, werde von der Ukraine als zynisch empfunden, betont der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine Olexandr Litwinenko:



„Aus Gründen der Selbstachtung und der staatlichen Ordnung müssen wir uns an die Regeln halten, die wir uns selbst gegeben haben. Das wusste auch die russische Führung und es war absolut zynisch, die Krankheit eines Menschen, der im Rollstuhl sitzt, dafür auszunützen, obwohl die ukrainische Entscheidung klar vorhersehbar war. Das ist ein unmenschliches Verhalten der russischen Führung; so geht das nicht.“



Die Annexion der Krim, die russische Militärpräsenz in der Ostukraine sowie der Handelskrieg zwischen beiden Staaten werden die Beziehungen zwischen Kiew und Moskau auf Jahrzehnte hinaus belasten. Das Verhältnis zu Russland beschreibt Litwinenko so:



"Für die Ukraine ist dieser Krieg ein klassischer Unabhängigkeitskrieg. Die Ukraine will von Russland nur die Anerkennung ihrer staatlichen Souveränität, ihrer territorialen Unabhängigkeit, und das Recht, unser Schicksal selbst zu bestimmen. Russland hat diese Prozesse beschleunigt, die schon viel früher begonnen haben. Russland zwang uns, unsere Wirtschaft umzuorientieren; binnen drei Jahren sank der Warenaustausch drastisch. 2016 begannen wir mit der Beseitigung kommunistischer Symbole wie der Änderung von Städtenamen und der Beseitigung von Denkmälern kommunistischer Politiker. Gleichzeitig stärken wir ukrainische Kultur und Sprache. Natürlich ist das ein sehr komplizierter Prozess, doch er ist unumkehrbar.“