Lage an der Frontlinie der Ostukraine

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2017-02-25 19:30

Einleitung

In der Ostukraine hat die jüngst vereinbarte Feuerpause neuerlich nicht gehalten. Zwar haben die Artillerieduelle nachgelassen, doch eingehalten wird die Feuerpause weiter nicht. Je länger der Krieg dauert, desto unwahrscheinlicher wird auch eine Perspektive für eine Reintegration der prorussischen Rebellengebiete in den ukrainischen Staat. Internationale Diplomaten zweifeln zu dem immer stärker daran, dass ein ehrlicher Friedenswille der Kriegsparteien überhaupt besteht:

Detail



In der Ostukraine hat die jüngst vereinbarte Feuerpause neuerlich nicht gehalten. Zwar haben die Artillerieduelle nachgelassen, doch eingehalten wird die Feuerpause weiter nicht. Je länger der Krieg dauert, desto unwahrscheinlicher wird auch eine Perspektive für eine Reintegration der prorussischen Rebellengebiete in den ukrainischen Staat. Internationale Diplomaten zweifeln zu dem immer stärker daran, dass ein ehrlicher Friedenswille der Kriegsparteien überhaupt besteht:



Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ostukraine



Insert1: Martin Sajdik, Chefvermittler der Friedensgespräche in Minsk



Aufsager: Christian Wehrschütz aus Stanica Luganska



Gesamtlänge: 1’27



Stanica Luganska liegt auf ukrainischer Seite nur 15 Kilometer von der prorussischen Rebellenhochburg Lugansk entfernt. Eine weitgehend zerstörte Brücke ist der einzige Übergang, den Zivilisten nutzen können, um die Frontlinie zu passieren. Die Öffnung eines zweiten Übergangs scheitert bisher am Nein der Führung in Lugansk. Die Zivilisten leiden aber auch unter indirekten Kriegsfolgen. Im Frieden arbeiteten viele Bewohner der Kleinstadt, in Lugansk, verkauften dort auch Gemüse. Dieser Markt ist weggebrochen; die Infrastruktur wird immer schlechter, einziger Lichtblick sind internationale Hilfsorganisationen. Doch bei den Verhandlungen in Minsk ist Friede nicht in Sicht:  



"Es mangelt tatsächlich am politischen Willen; und das ist es, was wir immer wieder sagen; das macht uns natürlich auch traurig, um dieses Wort zu verwenden.“



Ukrainische Nationalisten blockieren nun sogar Warentransporte aus den Rebellengebieten auf ukrainisches Territorium. Die Mitarbeiter dieser Kohlezeche im Rebellengebiet sind daher auf Zwangsurlaub; getroffen wird dadurch auch Kiew, denn der Betrieb zahlt seine Steuern in der Ukraine. Hinzu kommen die beträchtlichen Schäden, die die Kämpfe jüngst wieder nicht nur in Donezk, sondern an vielen Frontabschnitten angerichtet haben. Doch umfassender Wiederaufbau ist ohnehin nicht in Sicht, weil weiterhin die Waffen sprechen, während die Zivilbevölkerung die Zeche zahlt und die Spaltung in der Ostukraine immer tiefer wird.