Kurz vor Besuch der Ostukraine

Ukraine / Radio / FJ8 / 2017-01-03 08:00

Einleitung

Außenminister Sebastian Kurz ist heute in der Ostukraine. Kurz will sich in Frontnähe bei der Hafenstadt Mariupol selbst ein Bild von der Lage machen, weil Österreich seit 1. Jänner die OSZE-Präsidentschaft für ein Jahr innehat. Eine Beobachtermission der OSZE überwacht die Feuerpause zwischen

Detail

Außenminister Sebastian Kurz ist heute in der Ostukraine. Kurz will sich in Frontnähe bei der Hafenstadt Mariupol selbst ein Bild von der Lage machen, weil Österreich seit 1. Jänner die OSZE-Präsidentschaft für ein Jahr innehat. Eine Beobachtermission der OSZE überwacht die Feuerpause zwischen den ukrainischen Streitkräften und prorussischen Rebellen; die Waffenruhe wird immer wieder gebrochen und auch bei den Friedensverhandlungen in Minsk gibt es bisher nur geringe Fortschritte. Aus der Ostukraine berichtet unser Korrespondent Christian Wehrschütz:



Der Krieg in der Ostukraine hat abgesehen von der Gefahr für Leib und Leben für die Zivilbevölkerung auch viele Beschwernisse im täglichen Leben mit sich gebracht. Dazu zählen oft stundenlange Wartezeiten an den wenigen Übergängen, an denen die Frontlinie passiert werden kann. Im Winter heißt das Ausharren bei großer Kälte, im Sommer bei brütender Hitze. Einen dieser Übergänge will Außenminister Sebastian Kurz heute in der Nähe der Hafenstadt Mariupol besuchen. Hinzu kommen Treffen mit drei österreichischen OSZE-Beobachtern, die auf beiden Seiten der Frontlinie die Feuerpause überwachen. Beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz wird Kurz an einer Schulung teilnehmen, die Zivilisten über die Gefahr von Minen aufklärt. Minenwarnungen und klare Minenpläne sind Mangelware, und darunter leiden Zivilisten und die Landwirtschaft. Kurz wird als Geschenk aus Österreich Minen-Warntafeln und beim Besuch von Sozialprojekten der Caritas auch Medikamente übergeben. Geplant ist auch ein Treffen mit dem Bürgermeister von Mariupol. Die Hafenstadt liegt keine 20 Kilometer von der Front entfernt. Sie hat viele Flüchtlinge aufgenommen und das belastet zusätzlich die soziale Lage und die Infrastruktur der Stadt, in die viele Jahrzehnte nicht investiert worden ist.