Die Kriegsfolgen für Kiew und die Ostukraine

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2018-02-28 12:00

Einleitung

In der Ukraine schwiegen auch heute weitgehend die Waffen. Die Feuerpause wird grundsätzlich eingehalt und auch der Abzug der schweren Waffen macht Fortschritte. Immer sichtbarer werden nun das enorme Elend und die enormen Schäden, die bisher zehn Monate Krieg in einer ohnehin strukturschwachen Region mit weitgehend veralteter Schwerindustrie verursacht haben.

Detail

In der Ukraine schwiegen auch heute weitgehend die Waffen. Die Feuerpause wird grundsätzlich eingehalt und auch der Abzug der schweren Waffen macht Fortschritte. Immer sichtbarer werden nun das enorme Elend und die enormen Schäden, die bisher zehn Monate Krieg in einer ohnehin strukturschwachen Region mit weitgehend veralteter Schwerindustrie verursacht haben.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ostukraine

Insert1: Michajl Wlasow, Bürgermeister von Lisitschansk

Insert2: Michael Roesch, Arzt aus Vorarlberg in Gorlowka (8'24 -8'38)

Aufsager: Christian Wehrschütz aus Gorlowka

Gesamtlänge: 1'48

Fast zwei Millionen Ukrainer hat der Krieg von Heim und Herd vertrieben. Viele leben fast nur von Hilfe, die hier in Severodonezk im Kreis Lugansk, auch das Rote Kreuz aus Österreich leistet. Severodonezk und die Nachbarstadt Lisitschansk eroberten ukrainische Truppen im Juli zurück. Der Krieg hat die Wirtschaft massiv getroffen. 90.000 Tonnen Kohle liegen auf Halde, weil Wagons fehlen und nicht in Gebiete geliefert werden kann, die prorussische Kräfte kontrollieren. Doch auch vor dem Krieg war die Lage keineswegs rosig:

"Im Mai des Vorjahres hatte die Stadt nur 23.000 legal Beschäftigte bei 118.000 Einwohnern. Wir haben 40.000 Pensionisten, darunter Invalide und Veteranen."

Kriegsinvalide sind noch schlimmer dran, vor allem wenn sie in Spitälern im Rebellengebiet liegen. Hier in Gorlowka stellte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen" eine Basisversorgung mit Medikamenten sicher, doch die Mängelliste ist noch viel größer:

"Es gibt weder eine Physiotherapie, die die Patienten direkt nachbehandelt, noch gibt es irgendeine Versorgung mit Prothesen. Die Ärzte wissen nicht, wo sie die Patienten hinschicken sollen."

Veraltet war das Spital schon vor dem Krieg. Auch daher musste so oft amputiert werden, weil seit 20 Jahren in das Krankenhaus kaum investiert wurde.