Slowenien feierte 25 Jahre Unabhängigkeit

Slowenien / Radio / FJ7 / 2016-06-25 07:00

Einleitung

Mit einem Festakt in Laibach hat Slowenien gestern den 25. Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert. Standgefunden haben die Feierlichkeiten gestern vor allem Kongressplatz im Stadtzentrum; die Loslösung von Jugoslawien heute vor 25 Jahren der verkündete der damalige Staatspräsident Milan Kucan aber vor dem Parlament mit den Worten „Heute dürfen wir träumen.“ Viele dieser Träume sind in Slowenien in Erfüllung gegangen, das seit 2004 Mitglied von NATO und EU ist. Anwesend waren gestern in Laibach daher auch die Staatspräsidenten aus Italien, Deutschland, Kroatien und Österreich teil. Es war dies übrigens die letzte Auslandsreise

Detail

Mit einem Festakt in Laibach hat Slowenien gestern den 25. Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert. Standgefunden haben die Feierlichkeiten gestern vor allem Kongressplatz im Stadtzentrum; die Loslösung von Jugoslawien heute vor 25 Jahren der verkündete der damalige Staatspräsident Milan Kucan aber vor dem Parlament mit den Worten „Heute dürfen wir träumen.“ Viele dieser Träume sind in Slowenien in Erfüllung gegangen, das seit 2004 Mitglied von NATO und EU ist. Anwesend waren gestern in Laibach daher auch die Staatspräsidenten aus Italien, Deutschland, Kroatien und Österreich teil. Es war dies übrigens die letzte Auslandsreise von Heinz Fischer als Bundespräsident. Aus Laibach berichtet Christian Wehrschütz:



Mit einer Meldung der Ehrenformation der Garde an Präsident Borut Pahor begannen gestern Abend vor dem Parlament in Laibach die Feiern zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit. Wie 1991 wurde vor dem Parlament die slowenische Fahne gehisst. Übertragen wurde die Zeremonie auf den Kongressplatz, wo die Ehrengäste warteten. Sie sahen einen Überflug von Helikoptern von Armee und Polizei sowie Filme zur Unabhängigkeit. In seiner Rede erinnerte Borut Pahor die Slowenen daran, dass Unabhängigkeit, Beitritt zu NATO, EU, Schengen-Raum und Eurozone nur durch Zusammenarbeit und Einigkeit in Grundsatzfragen erreicht worden sei. Zur Lage der EU nach dem Brexit-Referendum sagte Pahor:



"Die EU, unsere weitere Heimat, befindet sich heute in Problemen. So wie sie jetzt ist, kann sie nicht lange bestehen bleiben. Meiner Ansicht nach gibt es nur zwei Wege: der eine führt uns alle zurück in nationale Politiken, und das bedeutet den Untergang der EU, die Frieden, Fortschritt, Sicherheit und grundlegenden Wohlstand bedeutet. Der zweite Weg bedeutet, die EU zu stärken, eine Wiedergeburt der europäischen Idee. Vergessen wir nicht, wir Slowenen haben unsere nationale Idee immer mit der europäischen verknüpft. Wir und die europäischen Völker müssen mutig ein neues Kapitel der europäischen Zukunft aufschlagen. Das klingt weniger wahrscheinlich und anspruchsvoller. Für uns ist es lebenswichtig, dass sich EU festigt; die EU wird nicht über Nacht aber künftig entweder föderal sein oder nicht sein.“



Vor 25 Jahren waren in Jugoslawien jedenfalls alle Appelle zur Umwandlung in eine Konföderation gescheitert; Slowenien wurde unabhängig; der folgende Krieg dauerte nur 10 Tage. Viel blutiger und langwieriger verlief der weitere Zerfall. Für Bundespräsident Heinz Fischer lässt sich eine Lehre aus dem Zerfall dieses Vielvölkerstaates für die Krise der Völkergemeinschaft der EU nicht ziehen:



"Ich halte das für unvergleichbar, weil beim Zerfall von Jugoslawien viel Blut geflossen ist, hat viel Hass eine Rolle gespielt, und Jugoslawien ist zerbrochen. Bei uns und in der EU schaut das völlig anders aus; und wir haben auch Spielregeln für den Austritt eines Mitglieds."



Friedlich endeten auch die Feiern in Laibach; den Lärm verursachte nur ein Feuerwerk, mit dem die Feiern zum 25. Geburtstag unseres südlichen Nachbarn endeten.