Serbien nach der Wahl

Serbien / Radio / J18 / 2017-04-03 18:00

Einleitung

Alexander Vucic ist gestern bereits im ersten Durchgang zum Präsident Serbiens gewählt worden. Der noch amtierende Ministerpräsident deklassierte seine Gegner. Vucic gewann 55 Prozent der Stimmen, das ist um 12 Prozent mehr als seine 10 Gegenkandidaten zusammen erreichten. Vucic will Serbien in die EU führen, gleichzeitig setzt er aber auch gute Beziehungen zu Russland und China. Wer ihm als Ministerpräsident nachfolgen wird, ist offen, Vorsitzender der stärksten Regierungspartei will Vucic bleibt. Aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

Alexander Vucic ist gestern bereits im ersten Durchgang zum Präsident Serbiens gewählt worden. Der noch amtierende Ministerpräsident deklassierte seine Gegner. Vucic gewann 55 Prozent der Stimmen, das ist um 12 Prozent mehr als seine 10 Gegenkandidaten zusammen erreichten. Vucic will Serbien in die EU führen, gleichzeitig setzt er aber auch gute Beziehungen zu Russland und China. Wer ihm als Ministerpräsident nachfolgen wird, ist offen, Vorsitzender der stärksten Regierungspartei will Vucic bleibt. Aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:



Es ist 25 Jahre her, dass in Serbien ein Präsident bereits im ersten Wahlgang gewählt wurde; was damals Slobodan Milosevic gelang, gelang gestern Alexander Vucic. Die Tageszeitung „Politika“ titelete: Triumph Vucic im ersten Durchgang“ und eine anders Blatt titelte: „Vucic zerschlug seine Gegner“. Im Gegensatz zu Slobodan Milosevic wandelte sich Alexander Vucic aber zum EU-Befürworter und daher erklärte er auch in der Wahlnacht:



„Eine große Mehrheit hat sich für die Fortsetzung der Reformen und dafür ausgesprochen, dass wir den europäischen Kurs Serbiens fortsetzen unter Bewahrung der traditionell freundschaftlichen Beziehungen, die wir mit Russland und China haben.“



Zu seinem Sieg gratulierten Vucic der kroatische Ministerpräsident Andrea Plenkovic, die USA sowie Bundeskanzler Christian Kern und Außenminister Sebastian Kurz. EU-Erweiterungskommisar Johannes Hahn erinnerte Vucic aber auch an die Verantwortung, die ein derartiges Ergebnis mit sich bringe. Die Beobachter des Europarates bewerteten die Wahlen als frei, obwohl es kleinere Verfahrensmängel gegeben habe. Alexander Vucic wird am ersten Juni sein Amt als neuer Präsident antreten; der bisherige Präsident Tomislav Nikolic kandidierte nicht für eine zweiet Amtszeit; er zählt zu den politischen Ziehvätern des starken Mannes in Serbien.