Reportage von Grenze Serbien und Ungarn

Serbien / Fernsehen / ZiB1 / 2016-06-19 19:30

Einleitung

Drei Monate nach der Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei und nach der offiziellen Schließung der Balkan-Route hat die Zahl illegaler Grenzübertritte nach Ungarn wieder deutlich zugenommen. Die meisten Menschen kommen über Serbien; mehr als 14.300 waren es im ersten Halbjahr. Das Parlament in Budapest hat daher ein Gesetz beschlossen, wodurch Flüchtlinge und Migranten noch rascher nach Serbien abgeschoben werden können.

Detail

Drei Monate nach der Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei und nach der offiziellen Schließung der Balkan-Route hat die Zahl illegaler Grenzübertritte nach Ungarn wieder deutlich zugenommen. Die meisten Menschen kommen über Serbien; mehr als 14.300 waren es im ersten Halbjahr. Das Parlament in Budapest hat daher ein Gesetz beschlossen, wodurch Flüchtlinge und Migranten noch rascher nach Serbien abgeschoben werden können.



Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus dem serbisch-ungarischen Grenzgebiet



Insert1: Istvan Bacskulin, Gemeinderat von Horgos



Aufsager: Christian Wehrschütz aus dem serbisch-ungarischen Grenzgebiet



Gesamtlänge: 1’33



Horgos1 ist der wichtigste Grenzübergang zwischen Serbien und Ungarn. Die mobilen Sperren erinnern an seine Schließung am Höhepunkt der Krise im Sommer des Vorjahrs. In der Transitzone hat sich nun wieder ein Lager gebildet. Etwa 300 Menschen campieren hier. Bis zu 30 lässt Ungarn pro Tag einreisen, vor allem Familien und Kranke. In der Gemeinde Horgos selbst ist die Lage ruhig; trotzdem besteht die Befürchtung, dass es wieder zu einem verstärkten Flüchtlingsstrom kommen könnte:



„Mit wenigen hat es auch im Vorjahr begonnen; dann wurden es schließlich zwischen 5000 und 10000 Menschen pro Tag. In der Vorwoche kamen an der Grünen Grenze mehr als 900 Migranten durch.“



Die Hauptroute des Vorjahres entlang der Bahnlinie nach Ungarn ist aber nach wie vor verwaist. Nach Serbien selbst kommen etwa 300 Personen pro Tag, vor allem über die Grüne Grenze zu Bulgarien.



Auch beim Bahnhof von Belgrad campieren wieder kleine Gruppen. Ob sie die Vorboten eines neuen Massenansturms sind, lässt sich vom Balkan aus nicht wirklich abschätzen.