Djukanovic gewinnt im ersten Durchgang

Montenegro / Radio / FJ7 / 2018-04-16 07:00

Einleitung

In Montenegro hat Milo Djukanovic die Präsidentenwahl bereits gestern im ersten Durchgang gewonnen. Djukanovic erreichte knapp 54 Prozent. Wahlberechtigt waren 532.000 Bürger. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 64 Prozent; das entspricht etwa der Präsidentenwahl vor fünf Jahren, war aber niedriger als bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren. Aus Podgorica berichtet Christian Wehrschütz

Detail

In Montenegro hat Milo Djukanovic die Präsidentenwahl bereits gestern im ersten Durchgang gewonnen. Djukanovic erreichte knapp 54 Prozent. Wahlberechtigt waren 532.000 Bürger. Die Stimmbeteiligung lag bei knapp 64 Prozent; das entspricht etwa der Präsidentenwahl vor fünf Jahren, war aber niedriger als bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren. Aus Podgorica berichtet Christian Wehrschütz

Der 56-jährige Milo Djukanovic ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden; Er ließ seine Gegenkandidaten klar hinter sich und wird nun zum zweiten Mal Staatspräsident. Djukanovic wertete seinen gestrigen Sieg als klaren Auftrag, den Weg Richtung EU fortzusetzen. Doch aus seiner Sicht gibt es nicht nur wirtschaftliche Herausforderungen; in seiner Siegesrede sagte Milo Djukanovic:

"Als Priorität sehe ich die wirtschaftliche Entwicklung, Vollbeschäftigung und einen höheren Lebensstandard; eine ernsthafte Herausforderung wird auch die Überwindung der Spaltung in der montenegrinischen Gesellschaft sein; ich haben den starken Willen, meinen Beitrag dazu zu leisten, damit vor allem das menschliche Potential gebündelt werden kann, weil wir mit geeinteren Kräften die bestehenden Probleme besser lösen werden können."

Djukanovic polarisiert Montenegro, das er seit 1991 dominiert. Er war bereits sechs Mal Regierungschef und einmal Staatspräsident. Die Opposition fand bisher und auch gestern kein Mittel gegen ihn. Von den übrigen sechs Kandidaten erreichten nur zwei achtbare Resultate; an zweiter Stelle liegt mit 33 Prozent der parteilose Mladen Bojanic; er wurde auch von proserbischen Bündnissen unterstützt. Dritte wurde mit acht Prozent die klar prowestliche Bewerberin Draginja Vuksanovic, die erste Frau, die in Montenegro für das Präsidentenamt kandidierte. Zweit- und Drittplazierter waren nicht bereit, Djukanovic zu seinem Sieg zu gratulieren; dieser sieht in seinem Erfolg auch eine gute Ausgangsbasis für die Lokalwahlen Ende Mai in Montenegro.