Djukanovic kämpft um absolute Mehrheit

Montenegro / Fernsehen / ZiB1 / 2018-04-14 19:30

Einleitung

In der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Montenegro wird morgen der Präsident gewählt. Um das Amt bewerben sich sieben Kandidaten. Klarer Favorit ist Milo Djukanovic, dessen Partei DPS das Land seit 27 Jahren regiert. Fraglich ist, ob Djukanovic morgen bereits die für einen Sieg im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit

Detail

In der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Montenegro wird morgen der Präsident gewählt. Um das Amt bewerben sich sieben Kandidaten. Klarer Favorit ist Milo Djukanovic, dessen Partei DPS das Land seit 27 Jahren regiert. Fraglich ist, ob Djukanovic morgen bereits die für einen Sieg im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit gewinnen kann, Muß er in die Stichwahl könnte das das Ende seiner Herrschaft einläuten. Davon betroffen sein könnte dann auch der bisher klar Westkurs des Landes. Im Vorjahr trat Montenegro der NATO bei:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Montenegro

Insert1: Branko Lukowac, ehemalige Außenminister Montenegros

Aufsager: Christian Wehrschütz aus Podgorica

Gesamtlänge: 1’22

So wie Montenegro dominierte Milo Djukanovic auch den gesamten Wahlkampf; seine Plakate waren stärker präsent als die aller seiner sechs Gegenkandidaten. Djukanovic wirbt mit dem Motto Stabilität und Fortschritt für seinen Sieg. Er verspricht weiteres Wachstum und höhere Löhne und warnte vor einer Abkehr vom Westkurs, sollte er in die Stichwahl müssen. Diese Warnungen sind möglicherweise mehr als nur Wahlkampfpropaganda:

„Sollte es zu einem zweiten Durchgang kommen und dort der aussichtsreichste Kandidat der Opposition gewinnen, stellt sich die Frage, ob diese oppositionellen Kräfte dann gefällte Entscheidungen revidieren würden. Dazu zählen die Mitgliedschaft in der NATO und die Anerkennung des Kosovo.

Mladen Bojanic ist der aussichtsreichste Gegenkandidat; er ist für den EU-Beitritt, vermied aber ein klares Bekenntnis zur NATO, weil er von proserbischen Parteien unterstützt wird. Den Sieg im ersten Durchgang kosten könnte Djukanovic aber die erste weibliche Kandidatin in der Geschichte Montenegros. Dragina Vuksanovic kandidiert für die Sozialdemokraten, den langjährigen Koalitionspartner, der sich mit Djukanovic zerstritten hat. Wahlberechtigt sind 530.000 Bürger; nach Umfragen liegt Djukanovic bei 50 Prozent, die morgige Wahl verspricht spannend zu werden.