Mazedonien vor dem Referendum

Mazedonien / Fernsehen / ZiB1 / 2018-09-29 19:30

Einleitung

In Mazedonien stimmt morgen die Bevölkerung über die Beilegung des Namensstreits mit Griechenland ab. Dieser Konflikt blockiert den Beitritt Mazedoniens zur NATO und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU seit zehn Jahren. Das Referendum ist nicht bindend, aber politisch sehr wichtig als Willensäußerung der Bevölkerung. Für die endgültige Beilegung müssen noch die Parlamente in Skopje und Athen die Vereinbarung ratifizieren.

Detail

In Mazedonien stimmt morgen die Bevölkerung über die Beilegung des Namensstreits mit Griechenland ab. Dieser Konflikt blockiert den Beitritt Mazedoniens zur NATO und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU seit zehn Jahren. Das Referendum ist nicht bindend, aber politisch sehr wichtig als Willensäußerung der Bevölkerung. Für die endgültige Beilegung müssen noch die Parlamente in Skopje und Athen die Vereinbarung ratifizieren.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Skopje

Insert1: Nikola Dimitrov, Mazedonischer Außenminister

Insert2: Gernot Blümel, EU-Kanzleramtsminister

Gesamtlänge: 1’32

In Mazedonien ruht seit zwei Tagen die Kampagne für das morgige Referendum; Hinweise darauf bieten im Stadtbild nur die Plakate, die allesamt für ein JA werben: „Geh hin für ein europäisches Mazedonien“ – lautet eine Parole, die aber offensichtlich nicht alle Mazedonier beeindruckt, denn die EU-Perspektive ist weit weg:

Mann mit Bart:

„Und wenn sie mir mit der Enthauptung drohen, ich werde nicht abstimmen.“

Befürworter des Referendums hoffen aber nicht nur auf den großen EU-Markt, sondern auch darauf, dass EU-Annäherung und NATO-Beitritt Mazedonien verändern:

Händler:

„Damit wir uns EU-Standards annähern, damit wir besser leben; ansonsten wären wir ein isolierter Staat, in dem viel gestohlen wird und die Gesetze missachtet werden.“

In diesem Sinne argumentiert Außenminister Nikola Dimitrov, der gestern in Skopje mit EU-Kanzleramtsminister Gernot Blümel zusammentraf:

„Staat über die Vergangenheit müssen wir darüber diskutieren, wie wir unser Gesundheits- und Bildungswesen verbessern können und wer die Korruption am besten bekämpft.“

Österreich wiederum ist für die EU-Beitrittsverhandlungen, weil …

„…weil auch das eine große Motivation darstellt - für die Länder in der Region auch für Mazedonien die Reformen einzuleiten, die notwendig sind.“

Denn noch blüht die Korruption in Mazedonien, und das betrifft auch österreichische Firmen, die ebenfalls auf ein Ja beim morgigen Referendum hoffen.