Abschluss Besuch von Van der Bellen

Kroatien / Radio / J18 / 2018-09-01 18:00

Einleitung

Am zweiten und letzten Tag des Besuches von Bundespräsident Alexander Van der Bellen standen die wirtschaftlichen Beziehungen im Vordergrund. Österreich ist zweitgrößter Investor in Kroatien und heimische Firmen haben immer noch mit Bürokratie und Rechtsunsicherheit zu kämpfen. Über diese Fragen sprach Van der Bellen mit Regierungschef Andrej Plenkovic; außerdem eröffnete der Bundespräsident gemeinsam mit der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic ein bilaterales Wirtschaftsforum. Aus Zagreb berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

Am zweiten und letzten Tag des Besuches von Bundespräsident Alexander Van der Bellen standen die wirtschaftlichen Beziehungen im Vordergrund. Österreich ist zweitgrößter Investor in Kroatien und heimische Firmen haben immer noch mit Bürokratie und Rechtsunsicherheit zu kämpfen. Über diese Fragen sprach Van der Bellen mit Regierungschef Andrej Plenkovic; außerdem eröffnete der Bundespräsident gemeinsam mit der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic ein bilaterales Wirtschaftsforum. Aus Zagreb berichtet Christian Wehrschütz:

Zentrales Thema des Wirtschaftsforums war die Modernisierung des Eisenbahnnetzes in Kroatien, in das die Regierung mit Hilfe von EU-Fonds in den kommenden 12 Jahren etwa drei Milliarden Euro investieren will. Dabei geht es unter anderem um den Ausbau der Strecke vom Hafen Rijeka bis nach Wien. Derzeit dauert eine Zugfahrt von Wien nach Agram etwa ebenso lange wie zur Zeit der K und K Monarchie; von Zagreb nach Belgrad dauert die Fahrt mehr als sieben Stunden; diese Dauer soll auf vier Stunden sinken, das entspricht in etwa der Fahrtdauer mit dem Auto. An dem Wirtschaftsforum nahmen Vertreter von 30 Firmen aus Österreich teil; Klagen gibt es nach wie vor über lange Genehmigungsverfahren. Bundespräsident Alexander Van der Bellen sieht die wirtschaftlichen Beziehungen positiv, schränkte aber ein:

"Aber es gibt einige Probleme, die verbesserungsfähig sind. Dazu gehören bestimmte steuerliche Fragen, dazu gehört, wie kann man Kroatien als Investitionsstandort weiter verbessern, die Planungssicherheit für österreichische Unternehmen erhöhen, dass bestimmte Regulierungs- oder Steueränderungen nicht über Nacht erfolgen, sondern mit einem entsprechenden Vorlauf."

Österreichische Firmen beschäftigten in Kroatien 35.000 Mitarbeiter; das bilaterale Handelsvolumen liegt bei zwei Milliarden Euro pro Jahr. Devisenbringer sind die Österreicher vor allem als Touristen. Nach Deutschen und Slowenien belegen Österreicher den dritten Platz in der kroatischen Tourismusstatistik.