Kroatien vor der Wahl

Kroatien / Fernsehen / ZiB1 / 2016-09-10 19:30

Einleitung

In Kroatien finden morgen vorgezogene Parlamentswahlen statt; sie wurden notwendig, weil die Koalition aus der nationalistischen HDZ und der Bürgerbewegung MOST nach nur sechs Monaten zerbrochen ist. Daher galt das Mitte-Links-Bündnis unter dem früheren Regierungschef Zoran Milanovic schon fast als sicherer Sieger, doch die HDZ wechselte ihren Vorsitzenden aus und nun ist ein knappes Rennen um die relative Mehrheit zu erwarten:

Detail



In Kroatien finden morgen vorgezogene Parlamentswahlen statt; sie wurden notwendig, weil die Koalition aus der nationalistischen HDZ und der Bürgerbewegung MOST nach nur sechs Monaten zerbrochen ist. Daher galt das Mitte-Links-Bündnis unter dem früheren Regierungschef Zoran Milanovic schon fast als sicherer Sieger, doch die HDZ wechselte ihren Vorsitzenden aus und nun ist ein knappes Rennen um die relative Mehrheit zu erwarten:



Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Kroatien



Insert1: Andrej Plenkovic, neuer HDZ-Vorsitzender



Aufsager: Christian Wehrschütz aus Agram



Gesamtlänge: 1‘32



Andrej Plenkovic ist der Mann, der die morgige Wahl wieder spannend gemacht hat. Noch keine zwei Monate HDZ-Vorsitzender hat der 46-jährige Jurist und Diplomat seiner Partei wieder Zuversicht und dem Wahlkampf durch sein gemäßigtes Auftreten eine neue Richtung gegeben. Eine klare Absage erteilt der bisherige EU-Abgeordnete jedem Kokettieren seiner Partei mit der faschistischen Ära im Zweiten Weltkrieg:  



"Ich positioniere die HDZ stark als Partei der rechten Mitte. Die HDZ wird eine klar definierte Partei ohne irgendwelche Extreme sein."



Zoran Milanovic konnte sich nicht auf den neuen Gegner einstellen. Bis vor neun Monaten sozialdemokratischer Regierungschef, muss Milanovic nun um einen klaren Vorsprung vor der HDZ bangen. Eine absolute Mehrheit ist für niemanden in Sicht, eine große Koalition hat die HDZ ausgeschlossen. Den Königsmacher dürfte wieder die Bürgerbewegung MOST unter Boze Petrow spielen; sie wurde vor neun Monaten auf Anhieb drittstärkste Kraft. Hinzu kommen weitere Kleinparteien und die nationalen Minderheiten, die beim Kampf um die Macht nach der Wahl ebenfalls eine Rolle spielen werden.