Thaci und Dacic in Göttweig erstmals gemeinsam

Kosovo / Radio / J18 / 2013-06-16 18:00:00

Einleitung

Serbien und der Kosovo haben heute einen weiteren Schritt zur Normalisierung gesetzt, und zwar ausgerechnet beim Europa-Forum auf Stift Göttweig in der Wachau. Dabei traten die Ministerpräsidenten beider Länder zum ersten Mal gemeinsam auf – un

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Serbien und der Kosovo haben heute einen weiteren Schritt zur Normalisierung gesetzt, und zwar ausgerechnet beim Europa-Forum auf Stift Göttweig in der Wachau. Dabei traten die Ministerpräsidenten beider Länder zum ersten Mal gemeinsam auf – und ließen sich zum ersten Mal auf gemeinsam filmen. Besonders Dacic forderte vehement, dass nun Serbien ein Datum für den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen bekommen müsse. Aus Göttweig berichtet unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz


17 Mal sind Ivica Dacic und Hashim Thaci bisher zu Verhandlungen zusammengetroffen. Mehr als eine gemeinsame Pressekonferenz in Brüssel konnte aber noch nicht gefilmt werden. Zu groß waren die Vorurteile bei Serben und Kosovo-Albanern gegen die zwei Politiker. In Stift Göttweig war es nun so weit. Die Gespräche zwischen Dacic und Thaci über das erste Paket zur Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Kosovo und Serbien sollen am Donnerstag in Brüssel abgeschlossen werden. In diesem Sinne betonte Hashim Thaci:

„Wir teilen eine völlig neue Erfahrung, dass Völker, deren Konflikt einhundert Jahre dauerte, nun in der Lage sind, eine. normale Beziehung aufzubauen und sicherzustellen, dass es künftig keine Kriege gibt."

Ivica Dacic verwiese darauf, dass Normalisierung keine Anerkennung des Kosovo durch Serbien bedeute. Trotzdem sei binnen Jahresfrist mehr erreicht worden, als für die meisten denkbar gewesen sei. Daher müsse nun die EU Ende Jun ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Serbien beschließen. Ivica Dacic:

"Wir haben eine historische Vereinbarung erreicht. Wenn das den EU-Staaten nicht reicht, uns einen positiven Entschluss zu senden, dann muss ich ernsthaft fragen, wann die EU dazu bereit sein wird. Wir haben unseren Teil erfüllt, jetzt liegt es an Euch, eure Versprechen zu halten."

Für ein Datum trat auch Außenminister Michael Spindelegger ein, der sich grundsätzlich zur EU-Erweiterung bekannte. Groß ist vor allem der Widerstand in Deutschland. Wahrscheinlich ist daher, dass Jänner ein mögliches Datum für Serbien ist, das aber an die Umsetzung der Vereinbarung mit dem Kosovo geknüpft wird.