Handelskrieg statt Normalisierung zwischen Belgrad u Pristina

Kosovo / Fernsehen / ZiB1 / 2018-12-08 19:00

Einleitung

Von der Normalisierung der Beziehungen zum Handelskrieg – das ist der enttäuschende Weg, den Serbien und der Kosovo in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegt haben. Als Belgrad und Pristina im April 2013 in Brüssel eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten, herrschte Optimismus in der Region. Nun stecken die Verhandlungen seit zwei Jahren in einer Sackgasse und Belgrad tut international

Detail

Von der Normalisierung der Beziehungen zum Handelskrieg – das ist der enttäuschende Weg, den Serbien und der Kosovo in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegt haben. Als Belgrad und Pristina im April 2013 in Brüssel eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten, herrschte Optimismus in der Region. Nun stecken die Verhandlungen seit zwei Jahren in einer Sackgasse und Belgrad tut international sein Möglichstes, um eine Anerkennung des Kosovo durch andere Staaten zu verhindern. Darauf antworte der Kosovo nun mit Strafzöllen von 100 Prozent für fast alle serbischen Waren. Für Serbien stehen Exporte von jährlich 450 Millionen Euro auf dem Spiel:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Serbien und dem Kosovo

Insert1: (0’23)Mentor Rexha, Eigentümer eines Supermarkts in Prishtina

Insert2: (0’56) Dragan Stajkovic, Generaldirektor der Firma Bambi

Aufsager: (1’18) Christian Wehrschütz aus Belgrad

Gesamtlänge: 1’30

An den Grenzübergängen sind die Folgen des Handelsembargos deutlich sichtbar; nur mehr vereinzelt sind LkWs zu sehen, schließlich sind nur wenige internationale Marken von den Strafzöllen ausgenommen, die in Serbien erzeugt werden. Im Kosovo sind noch serbische Waren zu finden, doch der Verkauf geht zurück, nicht nur, weil die Preise nun viel höher sind:

„Die Kunden kaufen jetzt mehr heimische Produkte, weil eine entsprechende Atmosphäre durch Nachrichten und Propaganda geschaffen wurde.“

Nachschub wird es kaum geben; der Kosovo verlangt nun, dass auf serbische Waren „Republik Kosovo“ als Zielland steht; das käme einer staatlichen Anerkennung gleich, zu der Serbien nicht bereit ist. Bis zu sechs Prozent der Produktion setzte dieser bekannt Keks-Hersteller im Kosovo ab; seine Position als Marktführer könnte verloren gehen:  

"Die Firma wird in andere Märkte investieren müssen, um diesen Verlust wettzumachen. Derzeit wissen wir nicht, wie lange die Strafzölle dauern; je länger, desto schlechter ist das."  

2.700 Firmen sind von den Strafzöllen betroffen, die dem regionalen Freihandelsabkommen widersprechen und auch dem Kosovo schaden könnten.

Aufsager:

Am Balkan steht wirtschaftliche Vernunft nicht hoch im Kurs. Sie wird umso schwächer, je stärker der Nationalismus wieder wird, der durch die Schwäche der EU wieder im Aufwind ist.