Zumtobel und sein Werk in Serbien

Bosnien / Fernsehen / Vorarlberg Heute / 2018-10-01 19:00

Einleitung

Die Firma Zumtobel ist nun auch am Balkan mit einem Produktionsstandort präsent. Das neue Werk steht in Nis, in der drittgrößten Stadt Serbiens. Derzeit sind in Nis etwa 260 Mitarbeiter beschäftig, binnen drei bis fünf Jahren sollen es etwa 1.100 sein. Produziert werden LED-Leuchten und LED-Treiber. Die Konzernzentrale in Dornbirn bleibt weiter das Herzstück des Unternehmens mit dem Zentrum für Forschung und Entwicklung und den meisten Mitarbeitern. In Serbien ist Österreich weiter der größte Investor, doch seit einigen Jahren wird das Balkan-Land auch von deutschen Firmen stark als verlängerte Werkbank genutzt.

Detail

Die Firma Zumtobel ist nun auch am Balkan mit einem Produktionsstandort präsent. Das neue Werk steht in Nis, in der drittgrößten Stadt Serbiens. Derzeit sind in Nis etwa 260 Mitarbeiter beschäftig, binnen drei bis fünf Jahren sollen es etwa 1.100 sein. Produziert werden LED-Leuchten und LED-Treiber. Die Konzernzentrale in Dornbirn bleibt weiter das Herzstück des Unternehmens mit dem Zentrum für Forschung und Entwicklung und den meisten Mitarbeitern. In Serbien ist Österreich weiter der größte Investor, doch seit einigen Jahren wird das Balkan-Land auch von deutschen Firmen stark als verlängerte Werkbank genutzt.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Serbien

Kamera: Marian Ognenovski

Schnitt: Mica Vasiljevic

Insert1: Alfred Felder, Vorstandsvorsitzender der Firma Zumtobel

Insert2: Alfred Felder, Vorstandsvorsitzender der Firma Zumtobel

Insert3: Alexander Vucic, serbischer Präsident

Gesamtlänge: 2’40

Nis soll nach dem Willen der serbischen Regierung zu einem Zentrum für Elektronik und Hochtechnologie ausgebaut werden. Sehr willkommen ist daher das Werk der Firma Zumtobel; mit 30 Millionen Euro ist das bisher die größte österreichische Investition in einen Produktionsbetrieb, denn bisher dominierten Investitionen bei Dienstleistungen. An der Herstellung von LED-Treibern arbeiten derzeit etwa 70 Mitarbeiter; allein im August wurden bereits 150.000 derartige Treiber produziert. Nis war im ehemaligen Jugoslawien ein Zentrum für die Elektronik-Industrie und hat eine Universität mit technischen Fakultäten, Faktoren, die für diese Stadt sprachen:

„Wir brauchen hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der Mechanik, aus der Elektrotechnik, aus der Informationstechnik; das haben wir uns angeschaut. Nis hat einen Flughafen, hat die Infrastruktur, und daher haben wir uns für Nis entschieden.“

Zumtobel will mittelfristig hochwertige Zulieferer aufbauen, damit gewisse Fertigungen von China nach Nis verlagert werden können, auch um Transportkosten zu sparen. Serbien gilt als China vor unserer Haustür, auch was die Lohnkosten betrifft. Arbeiter verdienen hier etwa 300, Euro, das ist um 20 Prozent mehr als der Mindestlohn. Doch Mitarbeitern werden zusätzliche Anreize geboten:

„Wir bieten einen Apfeltag pro Woche; das haben wir auch an anderen Standorten in unserem weltweiten Verbund; wir helfen den Familien bei der Geburt, bei der Einschulung, dass wir Zuschüsse geben, weil es uns sehr, sehr wichtig ist, die Mitarbeiter nicht nur über das Gehalt an uns zu binden.“

Zumtobel will den Standort Nis für verstärkte Exporten in den Nahen Osten und nach Osteuropa nutzen, vor allem nach Russland, mit dem Serbien seit mehr als 20 Jahren ein Freihandelsabkommen hat. Der serbische Präsident Alexander Vucic kam auch zur offiziellen Eröffnung des Werks;

„Auf Serbien entfallen 56 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen im Westbalkan. Serbien hat das dritte Jahr in Folge einen Budgetüberschuss, und die öffentliche Verschuldung wird mit Jänner auf 47 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Für Nis ist Reindustrialiserung das richtige Wort. Denn vor fünf Jahren gab es hier nur die Tabakfabrik, jetzt haben wir schon sechs neue Fabriken eröffnet.“

Am Rande der Werkseröffnung traf Alexander Vucic auf mit EU-Kanzleramtsminister Gernot Blümel zusammen. Serbien verhandelt seit 2014 über seinen EU-Beitritt, den Österreich befürwortet. Denn mehr Rechtssicherheit hilft auch allen österreichischen Firmen, die Serbien langfristig als Standort gewählt haben.