Politische Spannungen und Referendum

Bosnien / Radio / Ö1Ö2Ö3 NR / 2016-09-25 06:00

Einleitung

Im serbischen Landesteil von Bosnien und Herzegowina findet heute ein umstrittenes Referendum statt. Die Stimmbürger sollen sich dazu äußern, ob sie den 9. Jänner als Feiertag der sogenannten Republika Srpska behalten wollen. Aus Banja Luka, berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

Im serbischen Landesteil von Bosnien und Herzegowina findet heute ein umstrittenes Referendum statt. Die Stimmbürger sollen sich dazu äußern, ob sie den 9. Jänner als Feiertag der sogenannten Republika Srpska behalten wollen. Aus Banja Luka, berichtet Christian Wehrschütz:



Der 9. Jänner ist der Tag, an dem 1992 die Republika Srpska ausgerufen wurde. Gleichzeitig ist das der orthodoxe Feiertag des Heiligen Stefan. Diesen Feiertag bekämpfte ein führender Politiker der Bosniaken vor dem Verfassungsgerichtshof als diskriminierend, der der Klage stattgab. Der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, will dieses Urteil nicht akzeptieren und setzte daher für heute eine Volksabstimmung an; sie untersagte der Verfassungsgerichtshof und auch EU und USA sind dagegen. Politisch haben der Streit um den 9. Jänner und das Referendum eine Verfassungskrise in Bosnien ausgelöst. Davon hofft Milorad Dodik profitieren zu können; er präsentiert sich eine Woche vor den Lokalwahlen als kompromissloser Verteidiger der bosnischen Serben, deren nicht besonders rosige soziale Lage durch den Nationalitätenkonflikt in den Hintergrund tritt. Die Stimmlokale schließen um 19 Uhr; Ergebnisse sind für den späten Abend zu erwarten.