Zwei steirische Lehrer in Nordalbanien

Albanien / Radio / Radio Steiermark Journal / 2013-07-17 12:30:00

Einleitung

Seit einem Jahr unterrichten zwei Deutschlehrer aus der Steiermark an der österreichischen HTL in der Stadt Shkodra in Nordalbanien. Neben dem Fachunterricht zählt Deutsch zu den Unterrichtsschwerpunkten für die 260 albanischen Schüler. An der H

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Seit einem Jahr unterrichten zwei Deutschlehrer aus der Steiermark an der österreichischen HTL in der Stadt Shkodra in Nordalbanien. Neben dem Fachunterricht zählt Deutsch zu den Unterrichtsschwerpunkten für die 260 albanischen Schüler. An der HTL sind insgesamt 25 österreichische und acht albanische Lehrer tätig. Mit den zwei Steirern hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz in Skodra gesprochen, hier sein Bericht:

Judenburg und Mürzzuschlag sind die Stammschulen der beiden Deutschlehrer, Rotraud Schrempf-Morawtz und Markus Offner, die an der österreichischen HTL in Shokdra unterrichten. Die meisten Albaner sind beim Schuleitritt 13 Jahre alt und beginnen Deutsch ohne Vorkenntnisse. Umso intensiver sei der Unterricht im Vorbereitungsjahr auf die HTL, erläutert Markus Offner:

„Unsere Kinder haben im Anfangsunterricht acht Stunden Deutsch pro Woche und beschließen die erste Niveaustufe nach acht Monaten ab; und der Schüler ist dann in der Lage, über sich, seine Familie und Hobbys Auskunft zu geben.“

Sechs Jahre später müssen die Albaner für die Matura dann auch ihre Diplomarbeit auf Deutsch verfassen können. Die Lehrer aus der Steiermark reizte am Ausland vor allem der Unterricht von Deutsch als Fremdsprache und das Kennenlernen einer anderen Kultur. Dazu zählt in Albanien, dass auch noch 20 jährige Mädchen weit stärker von den Eltern kontrolliert werden als in Österreich. Dazu sagt Rotraud Schrempf-Morawetz:

„Wenn zum Beispiel ein Kind früher nach Hause geht, dann muss zu Hause angerufen werden, und das Kind wird dann meistens vom Vater, vom Bruder oder von der Mutter abgeholt. Man darf also nicht ein Kind alleine nach Hause schicken. Das ist in Österreich nicht so.“

Lernen müssen die Albaner in der Schule nicht nur den Wert der Pünktlichkeit, sondern auch eigenständiges Lernen. Während viele Albaner angesichts der Wirtschaftskrise kaum über die Runden kommen, ist das Leben für österreichische Verhältnisse viel billiger, erzählt Schrempf-Morawetz:

„In der Steiermark bekommt meine Putzfrau zehn Euro die Stunde, in Albanien bekommt sie drei Euro die Stunde. Die Qualität ist durchaus vergleichbar.“

Die Wohnung bezahlt das Unterrichtsministerium. Lebensmittel sind vor allem im Sommer sehr frisch; auch die Stromversorgung ist in Nordalbanien nun viel besser, so dass es abgesehen von sprachlichen Barrieren für die Steirer eigentlich keine größeren Probleme mehr gibt.